Ernährungsreport 2018Fünf Jahre Stillstand

Produkte in einem Bioladen
Der Ernährungsreport 2018 von Minister Schmidt zeigt, wie wenig dazu in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren passiert ist. Was der Ernährungsbericht aber auch zeigt ist die Tatsache, dass das Thema Ernährung den Menschen in Deutschland sehr wichtig ist.

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Ernährungsreport 2018 (pdf)

Die letzten fünf Jahre Ernährungspolitik in Deutschland sind von Stillstand geprägt. Das ist das unfreiwillige Ergebnis des jetzt vorgestellten Ernährungsreports 2018 von Agrar- und Ernährungsminister Christian Schmidt. Der Minister fordert darin exakt dasselbe wie in den vergangenen Jahren. Dabei hätte er es in der Hand gehabt, für mehr Transparenz und Kennzeichnung zu sorgen, sich für eine bessere Ernährungsbildung und öfter gutes Essen in den Kantinen einzusetzen und diese auch anzustoßen und zu fördern. Was der Ernährungsbericht aber auch zeigt ist die Tatsache, dass das Thema Ernährung den Menschen in Deutschland wichtig ist.

Ernährungsbildung, mehr Transparenz, bessere Tierhaltung

Neun von zehn Menschen in Deutschland würden Ernährungsunterricht in der Schule begrüßen. Verbraucherinnen und Verbraucher interessieren sich für Herkunft, Herstellung und Zusammensetzung ihrer Lebensmittel. Zwei Drittel der Befragten erwarten, dass Landwirtinnen und Landwirte für das Wohl ihrer Tiere sorgen.

Verbraucherinnen und Verbraucher haben ein großes Interesse an Kennzeichnung und Informationen zu ihren Lebensmitteln. Acht von zehn würden dabei ein staatliches Tierwohllabel begrüßen. Neun von zehn wären auch bereit, für Lebensmittel aus besserer Tierhaltung mehr zu bezahlen. Und vier von zehn KonsumentInnen informieren sich inzwischen online über Lebensmittel. Etwas anderes bleibt ihnen kaum übrig, da transparente Herkunftskennzeichnung oder Nährwertampeln weiter fehlen.

Der Ernährungsreport war und ist eine leere Packung

Der Ernährungsreport liefert ziemlich genau dieselben Ergebnisse, Defizite, Anforderungen und Wünsche wie im letzten und vorletzten Jahr. Das Scheitern von Ernährungsministers Schmidt wird an dieser Stelle schonungslos sichtbar.

Von seinen Lieblingsthemen hat Schmidt nach wie vor nichts umgesetzt, obwohl sie im Ernährungsreport breit behandelt werden:

  • bessere Gemeinschaftsverpflegung,
  • Einrichtung eines Schulfachs Ernährung,
  • Tierwohllabel und
  • transparentere Kennzeichnung von Lebensmittel.

Bei der Lebensmittelverschwendung hebt der Report das Verbraucherbewusstsein hervor: Mehr als die Hälfte der Befragten nutzt Lebensmittelreste, fast zwei Drittel kaufen bewusster ein, und 86 Prozent der Befragten sehen sich in der Verantwortung, Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen. Wie sieht es aber aus mit koordinierten Maßnahmen über die Lebensmittelkette? Fehlanzeige: Dazu enthält der Report nichts.

Die ernüchternde Bilanz lautet deshalb: Der Ernährungsreport bleibt auch weiterhin eine inhaltsleere Packung.

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