KlonenKlontiere und deren Fleisch kennzeichnen

Fleischregal im Supermarkt

Das Klonen von Tieren ist ein weiterer Schritt hin zu einer durchindustrialisierten Landwirtschaft. Unter Tierschutzaspekten ist es nicht zu rechtfertigen. Wir wollen, dass sich LandwirtInnen und VerbraucherInnen in Deutschland gegen Klontiere und Klonfood im Stall und auf dem Teller entscheiden können.

Hohe Risiken

Etwa 90 Prozent der Klone sterben im Mutterleib oder kurz nach der Geburt aufgrund von Missbildungen, Riesenwuchs und allgemeiner Schwäche. Eine Nutztierzucht, die Tier- und Verbraucherschutz ernst nimmt, sieht anders aus. Trotzdem ist das Klonen zur Lebensmittelerzeugung in den USA und einigen anderen Nicht-EU-Staaten seit wenigen Jahren ohne Beschränkungen zulässig und verbreitet sich langsam in der globalisierten Nutztierzucht und Lebensmittelkette.

Die grüne Bundestagsfraktion hat seit Beginn der Debatte ein umfassendes Verbot dieser Technologie in der Nutztierzucht gefordert. Die Europäische Kommission hat nun vorgeschlagen, das Klonen selbst und den Import von geklonten Tieren und von Lebensmitteln von diesen Tieren vorläufig zu verbieten.

Da es sich bei den Klonen selbst um hochwertvolle Zuchttiere handelt, sind jedoch nicht deren Milch und Fleisch, sondern die Zuchtmaterialien – also Sperma, Eizellen und Embryos - sowie die Produkte der Klonnachkommen die wirtschaftlich interessanten und weltweit gehandelten Erzeugnisse.

Grüne Initiative

Ein Verbot der Zuchtmaterialien sowie der Produkte der Klon-Nachkommen ist in Deutschland und der EU derzeit zwar gesellschaftlich aber politisch leider nicht mehrheitsfähig. Deshalb haben wir uns mit den Koalitionsfraktionen (basierend auf einer grünen Initiative) auf eine Kennzeichnungslösung verständigt, die sukzessive von Fleisch auf andere Lebensmittel ausgedehnt werden soll. Dazu haben wir gemeinsam mit den Fraktionen von CDU/CSU und SPD einen Antrag in den Bundestag eingebracht.

Die Bundesregierung wird mit diesem Antrag verpflichtet, sich in Brüssel entschlossen für ein dauerhaftes Verbot des Klonens in der EU und des Imports von Lebensmitteln von Klonen einzusetzen sowie eine umfassende Kennzeichnungsregelung für Zuchtmaterialien und die Produkte der Nachkommen einzufordern. Dem Bundestag muss sie nun regelmäßig über ihr entsprechendes Engagement Bericht erstatten.

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