Corona-Elterngeld

Familien und Kinder in der Krise absichern

Alleinerziehende mit Kind in der KÜche vor Laptop
Eine Frau arbeitet im Homeoffice und hat dabei ihren 18 Monate alten kleinen Sohn auf dem Schoss. picture alliance/Andreas Arnold
23.04.2020
  • Berufstätig sein und gleichzeitig die komplette Kindererziehung zu Hause zu leisten, ist für die wenigsten Eltern über einen längeren Zeitraum möglich. Familien mit wenig Geld stehen zusätzlich vor dem Problem, dass das kostenlose Mittagessen für ihre Kinder in Kitas und Schulen wegfällt.
  • Familien müssen in der Zeit der pandemiebedingten Schließungen von Kitas und Schulen finanziell unterstützt werden. Wir brauchen eine besondere Solidarität mit Kindern aus armen Familien.
  • Wir Grüne im Bundestag haben wir deshalb einen Antrag vorgelegt, der die Einführung eines Corona-Elterngeldes sowie einen automatischen Zuschlag von 60 Euro monatlich für Kinder aus armen Familien vorsieht. Ebenso fordern wir, dass die Notbetreuung in ganz Deutschland einheitlich geregelt und erweitert wird.

Familien benötigen Unterstützung, in der derzeitigen Corona-Krise in besonderem Maße. Wir Grüne im Bundestag wissen, wie schwer Kinder, Familien und insbesondere Alleinerziehende von den derzeitigen Einschränkungen betroffen sind. Für sie braucht es jetzt schnelle Lösungen.

Alles auf einmal, Überforderung inklusive

Podcast mit Katja Dörner

Wir sprechen mit Katja Dörner, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Kinder und Familien, über die Unterstützung von Kindern und Familien in der Corona-Krise, den grünen Gesetzentwurf für Kinderrechte im Grundgesetz und den grünen Zukunftspakt.

Ihr könnt den Podcast auf gruene-bundestag.de oder auch bei Spotify, Apple Podcast, Google Podcast und Deezer anhören

Durch die Schließung von Kindertagestätten und Schulen, aber auch den Wegfall der privat organisierten Betreuungsstrukturen, zum Beispiel durch Großeltern oder BabysitterInnen, stehen nun viele Eltern vor der fast unlösbaren Aufgabe, Kinderbetreuung, Homeschooling, Hausarbeit und Erwerbsarbeit zu vereinbaren.

Mittagessen kochen, mit dem Grundschulkind Mathe-Aufgaben lösen und gleichzeitig an einer Video-Konferenz mit KollegInnen teilnehmen - das führt bei vielen Eltern zu Überarbeitung und Überforderung. Von dieser Mehrfachbelastung sind Frauen besonders stark betroffen.

Schutz für die Dauer der Einschränkungen

Wann Eltern ihre Kinder wieder in gewohntem Umfang in Kitas und Schulen schicken können, ist noch nicht abzusehen. Solange Eltern wegen geschlossener Kitas und Schulen nicht oder nur eingeschränkt arbeiten können, benötigen sie einen finanziellen Ausgleich und Kündigungsschutz.

Das würde großen Druck von den Familien nehmen. Vollzeit-Berufstätigkeit und Vollzeit-Kinderbetreuung parallel ist über einen längeren Zeitraum nicht leistbar. Das ist nicht nur wichtig für die Eltern, sondern auch für die Kinder, deren Rechte durch Schul- und Kitaschließungen und die geltenden Kontaktsperren viel stärker eingeschränkt sind, als vielen Erwachsenen bewusst ist.

Besonders trifft es die, die wenig haben

Für einkommensschwache Familien ist die Krise doppelt belastend. Das kostenlose Mittagessen für ihre Kinder in Kitas und Schulen fällt weg, die Lebenshaltungskosten steigen und Lebensmittel-  und Essensangebote der Tafeln werden vielerorts nicht mehr angeboten.

Kurzarbeit, Kündigungen oder der Einbruch von Arbeitsaufträgen sind eine zusätzliche Belastung. Für einkommensschwache Familien stellt sich die existenzielle Frage, wie sie mit den ihnen zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln die Versorgung ihrer Kinder weiterhin gewährleisten sollen.

Wir fordern:

  • Solange Schulen und Kitas geschlossen bleiben und Eltern nicht arbeiten können, weil sie sich um die Kinderbetreuung kümmern müssen, brauchen sie einen verlässlichen, finanziellen Ausgleich. Wir schlagen deshalb vor, ein Corona-Elterngeld einzuführen, das Familien für die kommenden Monate eine mittelfristige Perspektive gibt.
  • Für einkommensschwache Familien ist die aktuelle Lage besonders schwer. Wir fordern deshalb einen Krisenzuschlag von monatlich 60 Euro für Kinder und Jugendliche, die normalerweise einen Anspruch auf ein warmes Mittagessen in Kitas oder Schulen haben (Leistungen für Bildung und Teilhabe).
  • Die Kindernotbetreuung muss für weitere Personengruppen geöffnet werden. Dazu zählen für uns auch berufstätige Alleinerziehende oder jene, die gerade in Studium oder Ausbildung sind.
  • Kinderschutz muss auch in der Corona-Krise gewährleistet werden. Dafür braucht es Schutzausrüstung für die MitarbeiterInnen der Kinder- und Jugendhilfe sowie einen schnellen Ausbau telefonischer und digitaler Betreuungsangebote. In Fällen häuslicher und sexualisierter Gewalt müssen Kinder weiterhin Anlaufstellen erreichen können.