Arbeitsschutz in der Pandemie

Homeoffice-Gebot konsequent durchsetzen

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Jedes Prozent mehr Arbeit von Zuhause reduziert die Infektionszahlen und die Dauer der harten Einschränkungen. Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich Unternehmen zu verpflichten, während der Pandemie überall da Homeoffice zu ermöglichen, wo es die Tätigkeit erlaubt.
13.01.2021
  • Während Schulen, Kitas, Kultureinrichtungen und der Einzelhandel weitgehend geschlossen und die Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich hart wie nie sind, begnügt sich die Bundesregierung hinsichtlich der Wirtschaft bisher mit Appellen.
  • Ein großer Teil der Unternehmen handelt verantwortungsvoll und hat die Präsenzpflicht ausgesetzt oder massiv reduziert. Aber es gibt immer noch zu viele unnötige Anwesenheitsverpflichtungen. Das verlängert den notwendigen harten Shutdown für alle.
  • Die Bundesregierung muss endlich dafür sorgen, dass überall dort, wo es die Art der Tätigkeit zulässt, Arbeit im Homeoffice angeboten wird. Das gilt insbesondere für (Großraum-)Büros, in der privaten Wirtschaft wie in der öffentlichen Verwaltung.

In den letzten Wochen erreichten sowohl die Zahl der täglichen Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 als auch die Belastungen in Krankenhäusern neue Höchststände. Entsprechend haben die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidentinnen und –präsidenten harte Einschränkungen vereinbart.

Große Teile unserer Gesellschaft sind nun gezwungenermaßen im Winterschlaf. Schulen und Kitas: weitgehend geschlossen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen ebenso. Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus sind von Insolvenzen bedroht. Streng wie nie zuvor sind auch die Kontaktbeschränkungen im Privatleben.

Gemeinsame Anstrengung in allen Bereichen

Diese Entscheidungen sind insbesondere für Kinder, Eltern, Kunstschaffende, Selbstständige, Unternehmen sowie für deren Beschäftigte eine große Herausforderung. Daher ist es wichtig, diese harten Einschränkungen so kurz und konsequent wie möglich vorzunehmen.

Kontraproduktiv ist es, wenn im infektionsrelevanten Bereich der Arbeitswelt keine ebenso konsequenten und verbindlichen Eindämmungsmaßnahmen vorgeschrieben werden. Das verlängert den Shutdown unnötig und führt zu mehr Erkrankungen.

Während ein großer Teil der Unternehmen schon längst verantwortungsvoll handelt und die Präsenz der Beschäftigten stark reduziert hat, gibt es leider immer noch Arbeitgeber, die sich diesem verweigern. Unnötige Anwesenheitspflicht betrifft oft Büroarbeit – auch in der öffentlichen Verwaltung. Gerade voll besetzte Großraumbüros sind Risikogebiete.

Diese Praxis vergrößert zudem die Ansteckungs- und Verbreitungsgefahr nicht nur am Arbeitsort, sondern auch auf den Arbeitswegen.

Verbindlichkeit für einen konsequenten Pandemieschutz

Das Bundesarbeitsministerium (BMAS) hat zwar im letzten Jahr neue Arbeitsschutzregeln erlassen, an Konsequenz durch klare Vorgaben haben es die Verantwortlichen aber bisher mangeln lassen. Unverbindliche Appelle an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Homeoffice stärker zu nutzen, sind angesichts der dramatischen Lage nicht ausreichend.

Wichtig sind klare Vorgaben und Unterstützung, Kontrollen und zur Not Sanktionen. Dazu fordern wir die Bundesregierung dringend auf.

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