Pandemie-Maßnahmen

Rechte von Kindern auch in der Krise schützen

Ein Kind mit Mund-Nasen-Schutz spielt mit einem Teddy
Auch Kinder sind stark von den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie betroffen. iStock/yulkapopkova
13.05.2020
  • Bei der Debatte rund um Schutzmaßnahmen und deren Lockerungen geraten Rechte von Kindern und Jugendlichen oft aus dem Blick. Dabei leiden sie unter Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sowie Schul- und Kita-Schließungen ganz besonders.
  • Das Wohl und die Interessen von Kindern müssen auch in Pandemie- und Krisenzeiten bei politischen Entscheidungen eine zentrale Rolle spielen und immer mitgedacht werden.
  • Wir Grüne im Bundestag legen darum einen Antrag vor, mit dem wir die Rechte von Kindern auch in der aktuellen Ausnahmesituation stark machen. Schutz, Förderung, Bildung, soziale Sicherheit, Gesundheit und das Recht auf Freizeit und Spiel sind nur einige der Kinderrechte, die die Bundesregierung bei allen anstehenden Entscheidungen viel stärker berücksichtigen muss.

Kinder sind durch Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, Schul-, Kita- und Spielplatzschließungen viel stärker in ihren Rechten betroffen als vielen Erwachsenen bewusst ist. Die politischen und gesellschaftlichen Diskussionen der vergangenen Wochen rund um Schutzmaßnahmen und mögliche Lockerungen sind dennoch hauptsächlich durch die Perspektive Erwachsener geprägt. Kinder haben aber auch und gerade in der Krisenzeit Rechte, die nicht aus dem Blick geraten dürfen.

Kinder haben Rechte. Immer.

Wir Grüne im Bundestag legen darum einen Antrag vor, der die in der UN-Kinderrechtskonvention verankerten Rechte und das Wohl von Kindern und Jugendlichen ins Zentrum der politischen Debatte rückt. Schutz, Förderung, Beteiligung, Bildung, soziale Sicherheit, Teilhabe, Spiel und Erholung – diese und andere Rechte stehen Kindern zu. Die Koalition vernachlässigt sie jedoch gerade jetzt.

Insbesondere arme Kinder spielen für die Bundesregierung kaum eine Rolle. Dabei haben gerade sie es schwer, etwa wenn das kostenlose Mittagessen in Kita und Schule entfällt und durch weniger Möglichkeiten beim digitalen Unterricht von zu Hause, wenn kein Geld für Laptop und Tablet da ist.

Die Bildungschancen waren schon vor der Krise ungerecht verteilt. Mit der Pandemie droht eine Verstärkung dieser Spaltung. Auch die Situation in vielen Familien durch die Mehrfachbelastung vieler Eltern durch Beruf, zeitgleicher Kinderbetreuung von zu Hause und möglicherweise finanziellen Sorgen in Krisenzeiten ist für Kinder auf Dauer oft schwer zu ertragen.

Gleichzeitig leiden Kinder darunter, ihre Freunde und wichtige Bezugspersonen nicht treffen zu können. Viele arme und benachteiligte Kinder fallen zusätzlich durchs Raster. Ein Zurück zum gewohnten Alltag wird es für Kinder und Jugendliche leider so schnell nicht geben. Umso wichtiger ist es, die Situation so kindergerecht wie möglich zu gestalten und Kindern auch in der Krise zu ihrem Recht zu verhelfen. 

Kein Kind ausschließen

Die Politik muss die Perspektive von Kindern auch im Pandemiefall immer mitdenken. Wir brauchen etwa einen monatlichen Zuschlag für die Versorgung von Kindern aus ärmeren Familien. Für den Bildungsbereich muss gelten: Kein Kind darf vom digitalen Lernen ausgeschlossen sein. Ungleiche Startchancen müssen ausgeglichen und spezielle Förderbedarfe in den Blick genommen werden. Wir müssen Druck aus den Familien nehmen und für den Zeitraum der Pandemie ein Corona-Elterngeld einführen, wenn Berufstätige ihre Kinder zu Hause betreuen müssen.

Eine zeitnahe stufenweise Öffnung der Kinderbetreuung unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens und des Gesundheitsschutzes ist notwendig. Familien müssen Betreuung im kleinen Rahmen auch selbst organisieren dürfen, um Kindern ein Mindestmaß an sozialen Kontakten zu ermöglichen. Denn Kinder brauchen andere Kinder.

Wir wollen den Schutz von Kindern verbessern, indem wir die Jugendhilfe stärken, Beratungsangebote für Kinder und Jugendliche ausweiten und für mehr Sicherheit im Netz sorgen, wo Kinder krisenbedingt verstärkt unterwegs sind.