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Equal-Care-DayCare-Berufe aufwerten

Menschen in Care-Berufen stehen in wichtigen Lebensphasen an unserer Seite. Ihre Arbeit ist die „Sorge" für andere Menschen: Hebammen für Neugeborene, ErzieherInnen für Kinder, Krankenschwestern für Kranke und AltenpflegerInnen für Ältere. Wir wollen den Care-Berufen endlich den Stellenwert geben, den sie verdienen. Für uns heißt das insbesondere mehr Personal, eine bessere Bezahlung und mehr Mitsprache- und Aufstiegsmöglichkeiten.

Am Anfang des Lebens ist alles neu und abenteuerlich: Der erste Schritt, das erste Wort, die erste Freundschaft. Wir alle wünschen uns, dass unsere Kinder diese Erfahrungen in einem verlässlichen und fürsorglichen Umfeld machen können. Dieselbe Fürsorge wünschen wir uns, wenn wir später im Leben auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Es geht um nichts Geringeres als unser körperliches und seelisches Wohlbefinden – jeden Tag.

Dabei verbringen laut zweitem Gleichstellungsbericht Frauen viel mehr Zeit mit der privaten Sorgearbeit als Männer. Es besteht ein „Gender Care Gap“: Frauen wenden um die Hälfte mehr Zeit auf als Männer. Noch gravierender sieht das in der erwerbsmäßigen Sorgearbeit aus. So sind zum Beispiel in Pflegediensten 87 Prozent der Beschäftigten Frauen. Diese Menschen in den „Care“-Berufen stehen in wichtigen Lebensphasen an unserer Seite. Ihre Arbeit ist die „Sorge" für andere Menschen: Hebammen für Neugeborene, ErzieherInnen für Kinder, Krankenschwestern für Kranke und AltenpflegerInnen für Ältere. Rund eine Million Beschäftigte versorgen jeden Tag pflegebedürftige Menschen in den Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten in Deutschland. Allein in den Kindertageseinrichtungen kümmern sich täglich rund 400.000 Erzieherinnen und Erzieher um unsere Kinder.

Viel Verantworung, wenig Lohn

Ihre Verantwortung ist groß, ihr Gehalt dafür zu gering. In den Bereichen soziale Arbeit, haushaltsnahe Dienstleistungen, Gesundheit, Pflege und Erziehung liegt der Frauenanteil bei bis zu 80 Prozent. Ihre Arbeit geht oft einher mit prekären Beschäftigungsverhältnissen, Niedriglohn und ungewollter Teilzeit. Und dafür erhalten sie - hochgerechnet auf Vollzeit - monatlich zwischen 500 und 1.300 Euro weniger als zum Beispiel Beschäftigte in der Herstellung von Kraftfahrzeugen und deren Teilen. Das ist unfair.

Nicht nur die Bezahlung ist ein Problem. Viele Pflegekräfte in Deutschland kämpfen jeden Tag verzweifelt gegen Zeitdruck und schlechte Arbeitsbedingungen, um die ihnen anvertrauten Menschen so gut es geht zu versorgen. Eine Erzieherin muss gleichzeitig Windeln wechseln, trösten, vorlesen und zwischen Tür und Angel für Eltern ein offenes Ohr haben. Wie in der Pflege fehlen schlichtweg Kolleginnen und Kollegen, um mit anzupacken. Auf diese grundsätzlichen Probleme gibt der Koalitionsvertrag von Union und SPD keine Antwort.

Das kann nicht so bleiben. Wir wollen den Care-Berufen endlich den Stellenwert geben, den sie verdienen. Für uns heißt das insbesondere mehr Personal, eine bessere Bezahlung und mehr Mitsprache- und Aufstiegsmöglichkeiten.

Mit mehr Personal Pflege- und Erziehungsarbeit entlasten

Jahrelang sind in den Krankenhäusern Pflegestellen abgebaut worden. Gleichzeitig stieg die Zahl der PatientInnen und auch die der ÄrztInnen. Die Arbeitsbelastung für die Krankenhauspflegekräfte ist deshalb enorm. Manche pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen finden aus demselben Grund keinen Pflegedienst oder keine Einrichtung, die sie aufnehmen könnten. Es gibt auch Kindertagesstätten, die ihr Angebot wegen fehlendem Personal einschränken müssen.

Wir brauchen dringend mehr Personal, um alle Familien dabei zu unterstützen, ihre Kinder optimal zu fördern und ihre pflegebedürftigen Angehörigen gut zu versorgen – ob im Heim oder zu Hause. Wir fordern deswegen eine Personalausstattung, die es den Beschäftigten erlaubt, ihren wichtigen Aufgaben gerecht zu werden.

Unsere Forderungen

  • Sofortprogramme für die Pflege: Wir fordern Jeweils 25.000 zusätzliche Stellen für Pflegefachkräfte in Krankenhäusern und Altenheimen.
  • Ausreichend Personal in Pflegeeinrichtungen: Es müssen zügig bedarfsgerechte Personalbemessungsinstrumente erarbeitet und verbindlich eingeführt werden.
  • Ein guter Betreuungsschlüssel in allen Kitas: Eine Erzieherin oder ein Erzieher sollen künftig höchstens drei Kinder unter drei Jahren beziehungsweise höchstens zehn ältere Kinder betreuen.

Bessere Bezahlung und mehr Mitsprache

Wir müssen den Maßstab zurechtrücken: Pflege- und Erziehungsarbeit ist verantwortungsvolle Arbeit, die uns mehr wert sein muss. Eine bessere Bezahlung von Care-Arbeit trägt auch dazu bei, die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen zu schließen. Die Arbeitsbedingungen müssen attraktiver werden, sonst werden wir nicht das Personal gewinnen und halten können, das wir in den Care-Berufen so dringend brauchen.

  • Ein allgemein verbindlicher Tarifvertrag Soziales: Wir setzen uns dafür ein, dass es schnellstmöglich zu einer Einigung von Gewerkschaften und Arbeitgebern für einen verbindlichen Tarifvertrag für soziale Berufe auf Bundesebene kommt.
  • Investitionsoffensive für Qualität in Kitas: Beim Ausbau und für eine bessere Qualität der Kindertagesbetreuung sowie bessere Arbeitsbedingungen für ErzieherInnen muss sich der Bund finanziell deutlich mehr engagieren.
  • Mehr Mitsprache - eine Lobby für die Pflege: Pflegekräfte brauchen bessere Mitspracherechte im Pflege- und Gesundheitssystem. Die Gründung von Pflegekammern kann dazu eine Möglichkeit sein.

Ausbildung attraktiver machen, Fachkräfte gewinnen

Ausschlaggebend für die Berufswahl junger Menschen sind die Ausbildungsbedingungen und die beruflichen Perspektiven, die sich zukünftig für sie eröffnen. Attraktive und zukunftsorientierte Ausbildungen sind deswegen das A und O, um die Fachkräfte von morgen zu gewinnen. Die Care-Berufe sind eine Zukunftsbranche: In diesem Bereich sind viel mehr Menschen beschäftigt als in der Automobilindustrie, und die Branche wächst mit am schnellsten in Deutschland. Wir wollen die richtigen Weichen stellen und die Care-Berufe zu einem attraktiven Arbeitsfeld für alle jungen Menschen machen, damit letztlich mehr Menschen für dieses Berufsfeld gewonnen werden können.

  • Schluss mit dem Schulgeld in allen sozialen Berufen: Die Ausbildung in sozialen Berufen muss kostenfrei sein.
  • Pflegeberufe aufwerten und Qualität erhalten: Alle Gesundheitsfachberufe müssen stärker eigenverantwortlich und selbstständig arbeiten können.
  • Berufsaufstieg im sozialen Bereich erleichtern: Wir wollen zum Beispiel mit unserer BildungsZeit Plus mehr Zeit und einen Weiterbildungs-Zuschuss zur Verfügung stellen.

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