Arbeitsvermittlung

Arbeitsagentur vermittelt nicht nachhaltig

Mitarbeiter des Amazon Verteilzentrum in Großebersdorf (Österreich). In einer Halle nahe des Autobahnknotens Eibesbrunn werden auf rund 9.800 Quadratmetern Pakete zur Auslieferung bereitgestellt.
Auch in der Logistikbranche arbeiten viele Leiharbeitskräfte. Wir wollen, dass Arbeitsbedingungen für Leiharbeit deutlich verbessert werden. picture alliance/APA/picturedesk.com
02.04.2019

Bereits 2013 räumte der damalige Vorsitzende des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit (BA), Dr. Frank-Jürgen Weise, ein, dass es „Fehlentwicklungen“ bei der Vermittlung in Leiharbeit gebe, die es zu korrigieren gelte. Seitdem will die BA ihre Praxis ändern und weniger Erwerbslose in Leiharbeit vermitteln. Die Realität ist aber auch fünf Jahre später noch immer enttäuschend.

Jede dritte Vermittlung führt in Leiharbeit

Nach wie vor werden circa 30 Prozent der Erwerbslosen in Leiharbeit vermittelt. Und das, obwohl Leiharbeitskräfte schneller wieder arbeitslos werden und weniger verdienen als vergleichbare Beschäftigte. Zudem arbeiten sie teilweise unter ihrer Qualifikation.
Die Leiharbeitsbranche macht gerade mal einen Anteil von 2,7 Prozent der Gesamtbeschäftigung aus. Dennoch ist die Vermittlungstätigkeit durch die Arbeitsagenturen und Jobcenter in diese Branche unverändert groß.

Leiharbeit oft Kurzzeitlösung

Diese Praxis kritisieren wir Grünen schon lange, denn sie ist nicht nachhaltig. Mehr als die Hälfte der Leiharbeitskräfte steht nach weniger als sechs Monaten wieder vor der Tür der Arbeitsagentur. Das ist zwar gut für die Statistik, aber nicht für die Menschen und auch nicht für die Gesellschaft.
Der Großteil der Leiharbeitskräfte ist qualifiziert. Und doch ist die Leiharbeit für viele kein Sprungbrett in den Arbeitsmarkt. Mehr noch – viel zu viele Menschen werden in der Leiharbeit sogar durch Helfertätigkeiten dequalifiziert. Auch die Löhne in der Leiharbeit sind im Durchschnitt noch immer niedrig.

Leiharbeit darf kein Billigangebot sein

Deshalb wollen wir gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Die Leiharbeitskräfte müssen genauso bezahlt werden wie die Stammbelegschaft und sogar noch einen zusätzlichen Bonus für ihre Flexibilität erhalten. Das wäre gerecht und über den Preis würde Leiharbeit dann betriebswirtschaftlich nicht dauerhaft, sondern wirklich nur vorübergehend Sinn machen.

Antwort der Bundesregierung auf unsere kleine Anfrage Leiharbeit – Struktur, Entlohnung und Vermittlungstätigkeit der Bundesagentur für Arbeit