Bundeskartellamt

Bestellerprinzip könnte Maklergebühren senken

Zwei Bände zum Kartellrecht stehen auf einem Tisch.
Die Maklergebühren beim Immobilienkauf sind, auch im europäischen Vergleich, viel zu hoch. Das Bestellerprinzip könnte auch nach Sicht des Bundeskartellamts Entlastung bringen. dpa - Report
25.09.2018

Der Preiswettbewerb für Maklergebühren beim Immobilienkauf funktioniert nicht. Käufer haben das Nachsehen und sind mit extrem hohen Maklergebühren konfrontiert. Insbesondere in Ballungsräumen mit hohen Preissteigerungen für Immobilienwerte herrscht kein funktionierender Preiswettbewerb bei Maklergebühren für den Kauf von Immobilien. Auch das Bundeskartellamt hat auf unsere Bitte um Einschätzung auf das Bestellerprinzip verwiesen. Schreiben zur Maklercourtage an das Bundeskartellamt und Antwort von Andreas Mundt

Hinweise schon 2006

In unserem Schreiben baten wir den Präsidenten des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, um eine Einschätzung, ob es beim Zustandekommen von Maklergebühren ein Marktversagen oder kartellrechtlich bedenkliche Verhaltensweisen gibt. In seiner Antwort äußert Herr Mundt Kritik an der Abwälzung der Kosten auf die Käufer, da sie die Festesetzung der Gebührenhöhe durch die Makler begünstigt. Als mögliches preisdämpfendes Element führt er das Bestellerprinzip an.
Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) hat bereits 2006 in einer Studie konstatiert: „Im Ergebnis geschieht die Preisbildung [der Maklercourtage] ähnlich wie bei einer Kartellbildung“.

Bundesweit hohe Kaufnebenkosten

Überhöhte Maklergebühren gehen zu Lasten von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Sie erschweren in einem bereits heute angespannten Immobilienmarkt den Erwerb von Wohneigentum. So werden etwa beim Kauf einer Immobilie für 400.000 Euro bei einer als ortsüblich angegebenen Maklergebühr von 7,14 Prozent weitere 28.560 Euro an Maklergebühren fällig. In den meisten Bundesländern fallen 7,14 Prozent des Kaufpreises (inkl. Mehrwertsteuer) einer Immobilie als Maklergebühr an, in einigen liegt die Maklercourtage nur wenig darunter bei rund 5 bis 6 Prozent. Das macht Wohnungen unnötig teuer und steht zur Leistung, die die Makler erbringen, in keinem Verhältnis.

Wirksame Maßnahmen überfällig

Als Lösung dieses Problems schlagen wir die Einführung des Bestellerprinzips auch beim Kauf von Immobilien vor. Wie das geht haben wir in unserem Antrag "Wer bestellt, bezahlt" und unserem "Entwurf für ein Gesetz zur Entlastung von Verbrauchern beim Kauf und Verkauf von Wohnimmobilien" aufgezeigt.

Auch der Präsident des Bundeskartellamts bringt in seinem Schreiben die Einführung des Bestellerprinzips ins Spiel, um die Höhe der Maklergebühren zu dämpfen. Es ist überfällig, dass die Bundesregierung endlich handelt!

Deutschland ist ein Maklerparadies

Die Maklercourtage in Deutschland liegt deutlich über dem europäischen Niveau. In Irland sind 1 bis 2,5 Prozent des Objektpreises gebräuchlich, in den Niederlanden 1 bis maximal 2 Prozent, in Schweden als grobe Faustregel je nach Verkaufspreis zwischen 1,5 und 4,5 Prozent Maklergebühr, in Großbritannien zwischen 1 und 2 Prozent, in Frankreich werden 3 bis 8 Prozent fällig (Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestages, 2018).