Wärmewende

Klimafreundlich Wohnen

Der grüne Gesetzesentwurf sieht vor, dass beim Austausch oder dem nachträglichen Einbau einer Heizanlage mindestens 15 Prozent des Wärmeenergiebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken ist oder der Wärmeenergiebedarf um mindestens 15 Prozent reduziert
Wir müssen in Deutschland unseren CO2-Ausstoß schrittweise bis 2050 beenden. Deshalb wollen wir es jedem ermöglichen, bis zum Jahr 2040 Wohnungen und Gebäude klimaneutral umzubauen. Denn nur so können wir die Klimakrise noch verhindern und die Paris-Ziele erreichen. Corbis
07.01.2020
  • Wir müssen in Deutschland unseren CO2-Ausstoß bis 2050 dramatisch reduzieren, um die Klimakrise abzuwenden. Ein Drittel des klimaschädlichen CO2 stammt aus dem Energieverbrauch im Gebäudebereich, vor allem dem Heizen und Kühlen. Deshalb wollen wir alle Wohnungen und Gebäude bis 2040 klimaneutral umbauen.
  • Wir benötigen dringend ein Gebäudeenergiegesetz, das klimagerechte Energiestandards wie das Passivhausniveau im Neubau vorgibt und Heizungen mit erneuerbarer Wärme aus Sonne und Erdwärme voran bringt, statt weiter neue Ölheizungen zuzulassen. Denn Energiesparhäuser sind günstiger, für das Klima und für die Bewohnerinnen und Bewohner.
  • Mit dem grünen Aktionsplan für Faire Wärme zeigen wir, wie jede und jeder beim Wohnen Energie sparen oder in erneuerbare Wärme und Niedrigstenergiehäuser investieren kann.

Wir wollen die Klimakrise aufhalten, damit die Erde auch für unsere Kinder und Enkel lebenswert bleibt. Dafür müssen wir – alle Menschen in Deutschland - unseren CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2050 weitestgehend reduzieren. Wir wollen das nach Kräften im Deutschen Bundestag unterstützen, damit jede und jeder sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten daran beteiligen kann und wir gemeinsam diese große Aufgabe meistern.

Gebäudebereich ist zentral für den Klimaschutz

Das Heizen, Kühlen und Beleuchten unserer Wohnungen sowie der öffentlichen und gewerblichen Gebäude in Deutschland erzeugt sehr viel klimaschädliches CO2: ein Drittel des gesamten Treibhausgas-Ausstoßes. Wir wollen spätestens im Jahr 2040 einen klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. Denn nur so können wir im Rahmen einer Gesamtstrategie die Klimakrise noch verhindern und die Paris-Ziele erreichen.

Alle Eigentümerinnen und Nutzer von Gebäuden in Deutschland müssen dazu einen Beitrag leisten. Denn es ist nötig, alle neuen Gebäude sehr energiesparend zu bauen und jedes Jahr drei bis vier von 100 bestehenden Gebäuden so klimafreundlich wie möglich zu modernisieren. Bei jedem Heizungstausch gilt es möglichst erneuerbar, mit Solarenergie, Erdwärme oder Abwärme zu heizen.

Es lohnt sich. Investitionen in eine moderne Wärmeversorgung sind gut fürs Klima. Sie machen uns unabhängiger von Öl und Gas und damit von unvorhersehbaren Preisrisiken, auch für Mieterinnen und Mieter. Und sie wirken als Konjunkturprogramm für Wirtschaft und Handwerk, und sichern hunderttausende Arbeitsplätze.

Grüner Aktionsplan Faire Wärme

Mit dem grünen Aktionsplan Faire Wärme können wir die Wärmewende meistern: Um Planung und Investitionen zu erleichtern, wollen wir öffentliche Mittel im Umfang von sieben Milliarden Euro im Jahr bereitstellen. Für einfache Energieberatung für jeden und jede. Für einen Steuerbonus für Hausbesitzer, die ihr selbstgenutztes Haus oder Wohnung energetisch modernisieren. Für ein Quartiersprogramm FairWärme, mit dem wir in allen Städten und Gemeinden den Umstieg auf klimafreundliche Wärmeversorgung, Energiesparhäuser und warmmietenneutrale Sanierungen für Menschen mit kleinem Einkommen ermöglichen. Auch das Bauen mit nachwachsenden Baustoffen wie zum Beispiel Holz wollen wir finanziell fördern. Diese Baustoffe binden CO2 aus der Atmosphäre und machen es unschädlich, statt wie herkömmlicher Stahl oder Beton große Mengen CO2 bei der Herstellung freizusetzen.  

Wir wollen im Energiesparrecht echte Niedrigstenergie-Gebäude zum Neubaustandard machen und dafür sorgen, dass ab 2021 überwiegend Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien eingebaut werden. Es sollen dann keine neuen Ölheizungen mehr eingebaut werden dürfen.

Erneuerbar statt fossil

Die Bundesregierung hingegen will laut ihrem Entwurf zum Gebäudeenergiegesetz den Einbau neuer Ölheizungen noch bis in die übernächste Wahlperiode, bis 2026, erlauben. Und auch dann sollen sie weiter eingebaut werden dürfen, wenn am Haus keine Gasleitung anliegt. Sie klammert sich sogar im Neubau weiter an die Verbrennung von Klima zerstörenden fossilen Energieträgern, statt entschlossen in die klimafreundliche Zukunft mit erneuerbarer Wärme zu schreiten.

Dabei liegen die Vorschläge für Änderungen am Gebäudeenergiegesetz längst auf dem Tisch.

Die öffentliche Förderung für fossile Gasheizungen wollen wir sofort beenden und stattdessen die Fördermittel für Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien erhöhen. Daher haben wir uns auch für eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung eingesetzt, die selbstnutzende Eigentümerinnen und Eigentümer dabei unterstützt, ihr Haus oder ihre Wohnung klimagerecht zu modernisieren. Reine fossile Gasheizungen sind dort nicht förderfähig, aber solche, die erneuerbare Energien wie Solarthermie oder Erdwärme einbinden.

Wir haben erfolgreich dafür gekämpft, dass Kosten für Energieberatungen durch Energie-Effizienz-Experten, die Sanierungsfahrpläne erstellen, die energetische Modernisierung baulich begleiten oder die Maßnahme hinterher prüfen, zu 50 Prozent von der Steuer abgezogen werden können. Denn so erreichen wir eine hohe Qualität der geförderten Maßnahmen, für den Bauherren und für unser aller Klima.

Energiesparhäuser sind günstiger

Ein aktuelles Gutachten des Instituts für technische Gebäudeausrüstung (iTG Dresden) belegt, dass die Mehrkosten für die klimaschützenden und energiesparenden Vorgaben beim Neubau mit 25-50 Euro je Quadratmeter gegenüber einem klimaschädlichen Weiterso überschaubar sind. Durch niedrigere Energiekosten kommt die Bauherrin eines Niedrigstenergiehauses (KfW 55 oder 40) im Ergebnis sogar günstiger weg, als bei einem Gebäude nach heutigem Energiestandard (EnEV 2016).

Mit der grünen Weichenstellungen legen wir die Grundlage für den Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Wärme innerhalb von 30 Jahren – sozialverträglich und bezahlbar.

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