Wärmewende

Klimafreundlich Wohnen

Der grüne Gesetzesentwurf sieht vor, dass beim Austausch oder dem nachträglichen Einbau einer Heizanlage mindestens 15 Prozent des Wärmeenergiebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken ist oder der Wärmeenergiebedarf um mindestens 15 Prozent reduziert
Wir müssen in Deutschland unseren CO2-Ausstoß schrittweise bis 2050 beenden. Deshalb wollen wir es jedem ermöglichen, bis zum Jahr 2040 Wohnungen und Gebäude klimaneutral umzubauen. Denn nur so können wir die Klimakrise noch verhindern und die Paris-Ziele erreichen. Corbis
05.12.2019
  • Wir müssen in Deutschland unseren CO2-Ausstoß schrittweise bis 2050 beenden. Auch deshalb wollen wir alle Wohnungen und Gebäude bis 2040 klimaneutral umbauen.
  • Das Heizen und Kühlen unserer Wohnungen sowie der öffentlichen und gewerblichen Gebäude in Deutschland erzeugt sehr viel klimaschädliches CO2: ein Drittel des gesamten Treibhausgas-Ausstoßes.
  • Mit dem grünen Aktionsplan für Faire Wärme unterstützen wir Investitionen in Energiesparen und erneuerbare Wärme, Energieberatung und Niedrigstenergiehäuser.

Wir wollen die Klimakrise aufhalten, damit die Erde auch für unsere Kinder und Enkel lebenswert bleibt. Dafür müssen wir – alle Menschen in Deutschland - unseren CO2-Ausstoß schrittweise reduzieren und bis zum Jahr 2050 beenden. Wir wollen das nach Kräften im Deutschen Bundestag unterstützen, damit jede und jeder sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten daran beteiligen kann und wir gemeinsam diese große Aufgabe meistern.

Das Heizen und Kühlen unserer Wohnungen sowie der öffentlichen und gewerblichen Gebäude in Deutschland erzeugt sehr viel klimaschädliches CO2: ein Drittel des gesamten Treibhausgas-Ausstoßes. Wir wollen bis zum Jahr 2040 einen klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. Denn nur so können wir im Rahmen einer Gesamtstrategie die Klimakrise noch verhindern und die Paris-Ziele erreichen.

Alle Eigentümerinnen und Nutzer von Gebäuden in Deutschland müssen dazu einen Beitrag leisten. Denn es ist nötig, alle neuen Gebäude sehr energiesparend zu bauen und jedes Jahr drei bis vier von 100 bestehenden Gebäuden so klimafreundlich wie möglich zu modernisieren. Bei jedem Heizungstausch gilt es möglichst erneuerbar, mit Solarenergie, Erdwärme oder Abwärme zu heizen.

Es lohnt sich. Investitionen in eine moderne Wärmeversorgung sind gut fürs Klima. Sie machen uns unabhängiger von Öl und Gas und damit von unvorhersehbaren Preisrisiken, auch für Mieterinnen und Mieter. Und sie wirken als Konjunkturprogramm für Wirtschaft und Handwerk, und sichern hunderttausende Arbeitsplätze.

Grüner Aktionsplan Faire Wärme

Mit dem grünen Aktionsplan Faire Wärme können wir die Wärmewende meistern: Um Planung und Investitionen zu erleichtern, wollen wir öffentliche Mittel im Umfang von sieben Milliarden Euro im Jahr bereitstellen. Für einfache Energieberatung für jeden und jede. Für einen Steuerbonus für Hausbesitzer, die ihr selbstgenutztes Haus oder Wohnung energetisch modernisieren. Für ein Quartiersprogramm FairWärme, mit dem wir in allen Städten und Gemeinden den Umstieg auf klimafreundliche Wärmeversorgung, Energiesparhäuser und warmmietenneutrale Sanierungen für Menschen mit kleinem Einkommen ermöglichen. Wir wollen im Energiesparrecht Niedrigstenergie-Gebäude zum Neubaustandard machen und dafür sorgen, dass ab 2021 kaum noch Heizungen zum Einsatz kommen, die auf fossile Brennstoffe angewiesen sind. Die öffentliche Förderung für fossile Öl- und Gasheizungen wollen wir sofort beenden und stattdessen die Fördermittel für Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien erhöhen. Daher setzen wir uns auch für eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung ein, die selbstnutzende Eigentümerinnen und Eigentümer dabei unterstützt, ihr Haus oder ihre Wohnung klimagerecht zu modernisieren. Dabei dürfen Gasheizungen aber - anders als die Bundesregierung vorschlägt - nicht mehr gefördert werden. Unser Entschließungsantrag zeigt, wie der Gesetzentwurf der Bundesregierung wirklich klimafest wird. Auch nachwachsende Baustoffe wie zum Beispiel Holz wollen wir finanziell fördern, denn sie entziehen der Atmosphäre CO2.

Die schwarz-rote Bundesregierung verpasst es auf ganzer Linie, den passenden Rahmen zu setzen. Und damit verfehlt sie ihre eigenen Einsparziele krachend. Sie fördert nach wie vor den Einbau neuer klimaschädlicher Öl- und Gasheizungen mit Millionenbeträgen. Allein 2017 hat sie fast 150 Millionen Euro an Zuschüssen für neue Öl- und Gasheizungen aus Steuermitteln verteilt, so das Ergebnis unserer Kleinen Anfrage. Dazu kommen rund 500 Millionen Euro an vergünstigen Krediten. Und in den ersten vier Monaten von 2018 wurden bereits fast 22.000 Heizungen mit 53 Millionen Euro bezuschusst und 290 Millionen Euro an Krediten vergeben. Diese neuen Heizungen stehen noch die nächsten zwanzig Jahre – bis 2038 – dem Klimaschutz im Weg.

Energiesparhäuser sind günstiger

Ein aktuelles Gutachten des Instituts für technische Gebäudeausrüstung (iTG Dresden) belegt, dass die Mehrkosten für die klimaschützenden und energiesparenden Vorgaben beim Neubau mit 25-50 Euro je Quadratmeter gegenüber einem klimaschädlichen Weiterso überschaubar sind. Durch niedrigere Energiekosten kommt die Bauherrin eines Niedrigstenergiehauses (KfW 55 oder 40) im Ergebnis sogar günstiger weg, als bei einem Gebäude nach heutigem Energiestandard (EnEV 2016).

Mit der grünen Weichenstellungen legen wir die Grundlage für den Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Wärme innerhalb von 30 Jahren – sozialverträglich und bezahlbar.