Windenergie-auf-See-Gesetz

Offshore-Wind naturverträglich und kostengünstig nutzen

Windräder in einem Offshore-Windpark in der Nordsee. Für die Energiewende brauchen wir einen naturverträglichen und kostengünstigen Ausbau.
Windenergie vom Meer wird für die Energiewende dringend gebraucht. Der Ausbau muss zuverlässig, naturverträglich und kostengünstig abgesichert werden. picture alliance / Christian Charisius
05.11.2020
  • Um den künftigen Strombedarf für Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen sowie für grünen Wasserstoff in der Industrie oder als Energiespeicher abzudecken, brauchen wir einen massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien.
  • Der Ausbau der Windenergie ist dabei eine tragende Säule. Gerade Windenergie vom Meer, sogenannte Offshore-Windenergie, kann zuverlässig große, saubere Mengen an günstigen Ökostrom liefern. 
  • Der Ausbau muss naturverträglich und kostengünstig vorangebracht werden, statt es dem Zufallsprinzip der Bundesregierung zu überlassen.

Die Offshore-Windenergie ist neben Windenergie an Land und Solarenergie das wichtigste Standbein für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Rund 1500 Anlagen wurden bisher in der Nord- und Ostsee gebaut. Sie liefern etwa so viel Strom, wie Berlin, Hamburg und München zusammen verbrauchen.

Potential von Offshore-Windenergie nutzen

Die Offshore-Windenergie liefert also eine verlässliche Versorgung mit sauberem Strom. Im Vergleich zur Windenergie an Land erzeugen die Anlagen auf See mindestens doppelt so viel Strom, weil der Wind dort kontinuierlicher weht.

Wir wollen den Ausbau vorantreiben, denn für den Ersatz der Atom- und Kohlekraftwerke und für die Elektromobilität, für klimafreundliche Heizungen sowie für grünen Wasserstoff in der Industrie brauchen wir Ökostrom. Dafür haben wir auch einen Antrag zum Wind-auf-See-Gesetz der Bundesregierung eingebracht.

Verlässliches Finanzierungsinstrument für den Ausbau

Nur mit ausreichend Offshore-Windenergie erreichen wir die Klimaschutzziele. Deshalb wollen wir den Ausbaupfad anheben – die Ausbauziele der Bundesregierung reichen nicht aus.

Wir wollen, dass sich bis 2035 mindestens 3500 Anlagen mit einer Leistung von 35 Gigawatt in Nord- und Ostsee drehen. Sie könnten ein Viertel des heutigen Strombedarfs in Deutschland liefern.

Die Finanzierung für den weiteren Ausbau wollen wir durch ein zuverlässiges, faires und kostengünstiges System von Differenzverträgen absichern und damit das Ausschreibungssystem der Bundesregierung ersetzen.

Trotz der Forderungen zahlreicher Stakeholder konnte sich die Große Koalition nicht zu diesem zukunftsweisenden Systemwechsel durchringen. Immerhin wurde der Vorschlag des Bundeswirtschaftsministeriums für eine sogenannte zweite Gebotskomponente, ein kostentreibendes Instrument, abgewendet.

Ausbau und Naturschutz

Beim Ausbau von Offshore-Windenergie gilt es, die Vorteile für den Klimaschutz mit den Interessen des Naturschutzes in Einklang zu bringen. Nutzungskonflikte und Raumkonkurrenz im Meer müssen analysiert werden.

Dabei ist eine Interessenabwägung mit allen Nutzungen und Stakeholdern im Sinne des Klima- und Naturschutzes und der ökologischen Tragfähigkeit der Meere erforderlich. Außerdem wollen wir, dass Flächenpotentiale für die Offshore-Windkraft durch die maritime Raumordnung und den Flächenentwicklungsplan festgelegt werden.