Grüne Kraftstoffstrategie

Ein kluger Antriebsmix für die Verkehrswende

Beim Auto ist es absehbar, dass sich die Elektromobiliät durchsetzen wird. Doch neben der Elektromobilität brauchen wir auch Wasserstoff sowie biogene und synthetische Kraftstoffe für eine saubere und bezahlbare Mobilität. Unsere Grüne Kraftstoffstrategie zeigt, wie wir diese Möglichkeiten am besten nutzen. dpa
16.10.2020
  • Beim Auto ist es absehbar, dass sich, was die alternativen Antriebe betrifft, die Elektromobilität durchsetzen wird. Denn sie ist schon heute verfügbar und besonders effizient. In anderen Bereichen, wie im Lkw-Verkehr oder in der Luftfahrt, wird sie kurzfristig keine Option sein. Hier brauchen wir Alternativen in Form von Wasserstoff sowie biogenen und synthetischen Kraftstoffen.
  • Mit unserer Grünen Kraftstoffstrategie wollen wir erreichen, dass diese alternativen Kraftstoffe gezielt dort eingesetzt werden, wo sie am stärksten benötigt werden. Die Bundesregierung verzettelt sich hingegen mit ihrer „Technologieoffenheit“ und verunsichert damit die Verbraucher*innen.
  • Indem wir Nachhaltigkeitsstandards für alternative Kraftstoffe festlegen und die Treibhausgasquote nachschärfen, sorgen wir für saubere Mobilität, Investitionssicherheit für die Fahrzeug- und Kraftstoffproduzent*innen sowie Klimaschutz im Verkehr.

Damit der Verkehr seine Klimaziele einhalten kann, brauchen wir eine Verkehrswende.

Sie verlagert Auto- und Lkw-Verkehr auf umweltfreundliche Busse und Bahnen und weitet den Fuß- und Radverkehr aus. Und sie bewirkt Verkehrsvermeidung – etwa durch eine Stadtplanung, die kurze Wege ermöglicht. Verkehrswende heißt: Mehr bezahlbare Mobilität bei weniger Fahrzeugen.

Doch auch künftig werden Autos, Lkw und andere Fahrzeuge Teil des Verkehrs bleiben und Energie verbrauchen. Zumindest beim Auto zeigen die Entwicklungen in der Industrie, dass der Schwerpunkt auf batterieelektrischen Antrieben liegen wird.

Grüne Kraftstoffstrategie setzt auf Antriebsmix

In anderen Bereichen, etwa bei Bussen oder Lkw, aber auch in der Schifffahrt oder im Luftverkehr, ist eine solche eindeutige Entwicklung nicht absehbar. Hier brauchen wir neben elektrischen Antrieben auch Wasserstoff, biogene und synthetische Kraftstoffe. In unserer Grünen Kraftstoffstrategie, die die Bundestagsfraktion am 6. Oktober 2020 beschlossen hat, machen wir Vorschläge, wie wir klug mit diesen verschiedenen Kraftstoffen umgehen.

Für uns ist klar: Die Elektromobilität ist die effizienteste Technologie und muss deshalb vorrangig genutzt werden. Bei der Produktion von Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen geht hingegen viel Energie verloren, sodass wir sorgsam mit ihnen umgehen müssen.

 Wasserstoffanwendungen kommen deshalb am ehesten im schweren Straßengüterverkehr zum Einsatz. Die Mengen synthetischen Sprits sind noch kostbarer und sollten deshalb nicht im Straßenverkehr verschwendet werden. Stattdessen brauchen wir sie ausschließlich im Luft- und Schiffsverkehr.

Biogene Kraftstoffe werden bereits im Verkehr genutzt und werden auch künftig schwere Straßenfahrzeuge antreiben.

Hersteller verpflichten: Mehr alternative Kraftstoffe zu verkaufen

Die Energiewende im Verkehr braucht eine verlässliche und planbare Entwicklung. Deswegen wollen wir den Anteil erneuerbarer Energien im Verkehr auf 30 Prozent im Jahr 2030 sowie auf 100 Prozent deutlich vor dem Jahr 2050 erhöhen. Damit wir diese Ziele erreichen, wollen wir die sogenannte Treibhausgasquote stetig anpassen. Damit werden Kraftstoffhersteller verpflichtet, mehr alternative Kraftstoffe zu verkaufen. Über die Quote wollen wir auch festlegen, dass bei diesen Kraftstoffen strenge Öko-Standards gelten. Wir wollen zum Beispiel sicherstellen, dass künftig kein Biosprit auf Basis von Nahrungs- und Futtermitteln mehr in die Tanks kommt.

Damit es sich lohnt, synthetische Kraftstoffe zu produzieren, wollen wir festlegen, dass ab dem Jahr 2030 zehn Prozent des Kerosins für den Luftverkehr synthetisch sind.

Gießkannenprinzip beenden: Alternative Antriebe sinnvoll fördern

Wenn wir schon bei neuen Fahrzeugen dafür sorgen, dass sie weniger Sprit benötigen oder rein elektrisch fahren, werden auch weniger Kraftstoffe im Verkehr benötigt. Deswegen wollen wir die CO2-Einsparziele („Flottengrenzwerte“) für neue Pkw und neue Lkw nachschärfen. Die Fördertöpfe des Bundes wollen wir außerdem so umbauen, dass alternative Antriebe nur noch in den jeweils sinnvollen Bereichen gefördert werden und das bisherige Gießkannenprinzip beendet wird.

Die milliardenschweren Steuerprivilegien für den Diesel wollen wir abbauen und das Geld stattdessen in die Verkehrswende investieren.

Mit unserer Kraftstoffstrategie machen wir konkrete Vorschläge, wo alternative Kraftstoffe die batterieelektrische Mobilität sinnvoll ergänzen, während sich die Bundesregierung bei der Technologieoffenheit verzettelt. Wir sorgen mit unseren Vorschlägen für bezahlbare und saubere Mobilität für die Verbraucher*innen, für Investitionssicherheit für die Fahrzeug- und Kraftstoffproduzent*innen sowie für Klimaschutz im Verkehr.