Grüne Kraftstoffstrategie

Ein kluger Antriebsmix für die Verkehrswende

Beim Auto ist es absehbar, dass sich die Elektromobiliät durchsetzen wird. Doch neben der Elektromobilität brauchen wir auch Wasserstoff sowie biogene und synthetische Kraftstoffe für eine saubere und bezahlbare Mobilität. Unsere grüne Kraftstoffstrategie zeigt, wie wir diese Möglichkeiten am besten nutzen. dpa
24.05.2021
  • Die Klimakrise ist so weit fortgeschritten, dass wir im Verkehr alle nachhaltigen Technologien brauchen. Mit Blick auf Strombedarf, Entwicklungsstand und Kosten müssen sie aber jeweils dort eingesetzt werden, wo sie besonders sinnvoll sind.
  • Beim Auto ist die E-Mobilität der effizienteste, sauberste und aussichtsreichste Antrieb. Beim Lkw kommt auch Wasserstoff infrage. Und für den Luft- und Schiffsverkehr müssen wir die knappen synthetischen Kraftstoffe reservieren.
  • Die Bundesregierung verzettelt sich hingegen mit ihrer „Technologieoffenheit“ und verunsichert damit Unternehmen und Verbraucher*innen. Noch schlimmer: Auch umweltschädlicher Agrosprit hat bei ihr weiter einen festen Platz.

Auch künftig werden Autos, Lkw und Flugzeuge unterwegs sein und dabei Energie verbrauchen – doch diese Energie muss künftig sauber sein. Um diese Mammutaufgabe zu stemmen, müssen wir mit klaren Vorgaben dafür sorgen, dass mehr erneuerbare Energien im Verkehr genutzt werden.

Prinzipiell klingt es also gut, dass die Koalition im Mai 2021 einen Gesetzentwurf der Bundesregierung beschlossen hat, um die sogenannte Treibhausgasquote anzupassen. Damit werden Kraftstoffhersteller verpflichtet, mehr alternative Kraftstoffe zu verkaufen. Aber der Gesetzentwurf der Bundesregierung sorgt für gleich mehrere Probleme.

Kraftstoffstrategie der Bundesregierung hat keinen grünen Faden

Erstens ignoriert die Bundesregierung, dass wir Ökostrom überall dort effizient und direkt einsetzen müssen, wo das möglich ist – zum Beispiel im Autoverkehr. Die knappen synthetischen Kraftstoffe, bei deren Produktion viel Energie verloren geht, haben im Straßenverkehr hingegen nichts verloren. Sie werden im Luft- und Schiffsverkehr gebraucht. Grüner Wasserstoff könnte im Lkw-Verkehr genutzt werden, wird aber auch in der Industrie benötigt. Die Bundesregierung will stattdessen alles überall einsetzen und riskiert damit nicht nur eine immense Energieverschwendung. Sie verschärft auch Nutzungskonkurrenzen und sorgt für Orientierungslosigkeit bei Unternehmen und Verbraucher*innen.

Zweitens sind nicht alle Kraftstoffe und Technologien nachhaltig: Wir Grüne im Bundestag wollen deshalb Palmöl und Regenwald noch in diesem Jahr aus dem Tank verbannen, doch die schwarz-rote Koalition will das erst ab 2023. Und statt einen Ausstieg aus dem umweltschädlichen Agrosprit bis 2025 festzuschreiben, wie wir es wollen, will die Koalition diese Kraftstoffe unbegrenzt lange verkaufen lassen.

Dieser Kraftstoffstrategie fehlt der grüne Faden. Wie es besser geht, hat die grüne Bundestagsfraktion in einem Entschließungsantrag gezeigt. Bereits im Oktober 2020 haben wir eine grüne Kraftstoffstrategie beschlossen, um zu zeigen, wie die Energie im Verkehr nachhaltig und klimafreundlich werden kann.

Gießkannenprinzip beenden, alternative Antriebe sinnvoll fördern

Wenn wir schon bei neuen Fahrzeugen dafür sorgen, dass sie weniger Sprit benötigen oder rein elektrisch fahren, müssen auch weniger Kraftstoffe durch saubere Alternativen ausgetauscht werden. Deswegen wollen wir die CO2-Einsparziele („Flottengrenzwerte“) für neue Pkw und neue Lkw nachschärfen. Die Fördertöpfe des Bundes wollen wir außerdem so umbauen, dass alternative Antriebe nur noch in den jeweils sinnvollen Bereichen gefördert werden und das bisherige Gießkannenprinzip beendet wird.

Mit unseren Initiativen machen wir konkrete Vorschläge, wo alternative Kraftstoffe die batterieelektrische Mobilität sinnvoll ergänzen, während sich die Bundesregierung bei der Technologieoffenheit verzettelt. Wir sorgen mit unseren Vorschlägen für bezahlbare und saubere Mobilität für die Verbraucher*innen, für Investitionssicherheit für die Fahrzeug- und Kraftstoffproduzent*innen sowie für Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Verkehr.