Vernetzte Mobilität

Der grüne Mobilpass

Der Mobilitätsmix der Zukunft ist vielfältig und klimafreundlich. Bus und Bahn, geteilte Fahrräder, Fahrzeuge oder Fahrten ermöglichen mehr Mobilität bei weniger Verkehr. Das eigene Auto rückt in den Hintergrund – und wird für einige sogar überflüssig. mauritius images / Harald Schön
02.11.2019
  • Die Menschen werden in Zukunft immer stärker mit verschiedenen Verkehrsmitteln unterwegs sein: Mit dem Rad und der Bahn, zu Fuß und mit dem Auto, per Bus und E-Bike.
  • Es gibt eine Reihe neuer Mobilitätsdienste, die Fahrräder, Autos und Fahrten zum Teilen anbieten. Erste Versuche, alle Mobilitätsanwendungen über nur eine Oberfläche anzubieten, stoßen jedoch bislang auf Probleme.
  • Das wollen wir mit dem grünen Mobilpass ändern. Er kombiniert alle Mobilitätsangebote: einfach, preiswert, komfortabel. Damit alle klimafreundlich und sicher von A nach B kommen.

Wir bringen unseren Antrag für vernetzte Mobilität in den Bundestag ein:

Den MobilPass jetzt einführen – Für eine attraktive, ökologische, bezahlbare Mobilität von morgen

Digitalisierung ist auch im Mobilitätssektor längst kein Fremdwort mehr. Wegbeschreibungen und Fahrplaninformationen ruft ein Großteil der Bevölkerung über das eigene Smartphone ab. Den Ticketkauf für Bus und Bahn in der Heimatstadt oder über Stadt- und Landesgrenzen hinaus bewältigen viele bereits online von unterwegs. Eine Reihe neuer Mobilitätsdienste, die Fahrräder, Autos und Fahrten zum Teilen anbieten, werden ebenfalls über Apps gesucht, gebucht und abgerechnet. Schnell kommt eine zweistellige Zahl verschiedener Apps rund um die eigene Mobilität auf dem Handy zusammen. Damit einher geht die Notwendigkeit, persönlichen Daten und Kreditkarteninformationen bei jedem einzelnen Anbieter zu hinterlegen. Erste Versuche, alle Mobilitätsanwendungen über nur eine Oberfläche anzubieten, stoßen jedoch bislang auf Probleme – aufgrund fehlender Kompatibilität der Apps untereinander, unterschiedlichen Abrechnungsmodellen und dem mangelnden Kooperationswillen einiger Mobilitätsdienste. Das macht es für Verbraucherinnen und Verbraucher oftmals kompliziert, individuelle Mobilität zu gestalten. Oft ist auch nicht nachzuvollziehen, was mit ihren Daten geschieht, wie die Fahrt ausgewertet und Daten und Informationen an wen weitergegeben werden.

Wir wollen, dass Bürger unkompliziert mobil sind, ohne im Tarifdschungel stecken zu bleiben.

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender

Mobilitätsgarantie – überall in Deutschland

Mit dem grünen Mobilpass wollen wir Grüne im Bundestag das ändern. Nach dem Prinzip „Meine App für alles“ nutzt jeder nur seine Mobilitäts-App des Vertrauens. Gesucht, gebucht und bezahlt wird über nur eine App. Möglich wird das durch den anbieterneutralen MobilPass-Standard. Eine einheitliche Schnittstelle sorgt dafür, dass die Apps untereinander kompatibel sind. Er legt Mindestanforderungen an Datenverarbeitung, Datenaustausch und Datenschutz fest. Damit verschwindet auch endlich der Tarifdschungel hinter einer anwenderfreundlichen Oberfläche. Unsere Vision: Einfach Start und Ziel bestimmen, einsteigen und losfahren – deutschlandweit.

Der Mobilpass wird die gemeinschaftlich genutzten Verkehrsmittel wie Bus, Bahn und Sharing-Angebote besser auslasten. Ein effektiver Beitrag zum Klimaschutz ist die Folge.

Stefan Gelbhaar, Sprecher für städtische Mobilität

Dabei ist unser Ziel, dass alle Bürgerinnen und Bürger – egal wo in Deutschland – auf einen regelmäßigen und zuverlässigen Mobilitätsservice zugreifen können. Deswegen braucht es eine regionale Mobilitätsgarantie. Mehrmals täglich – mindestens über eine stündlich getaktete Anbindung und auch bis in die späten Abendstunden soll es unter anderem möglich sein, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen Mittelzentren sowie zu wesentlichen Knotenpunkten des öffentlichen Verkehrs möglichst ohne viele Umstiege unterwegs zu sein. Neben dem klassischen Linienverkehr sollen dabei in Zukunft auch neue Mobilitätsangebote, so genannte On-Demand-Angebote, eine wesentliche Rolle spielen. Diese ermöglichen einen flexibleren Service, der nur dann im Einsatz sein muss, wenn eine tatsächliche Anfrage besteht. Um insbesondere Kinder und Jugendliche früh mit den umweltfreundlichen Verkehrsalternativen vertraut zu machen und ihnen von Anfang an einen hohen Grad an eigenständiger Mobilität zu ermöglichen, sollen Kinder und Jugendliche bis zur Erreichung des 18. Lebensjahres den Nahverkehr kostenfrei nutzen können. Zur Finanzierung dient der Abbau umwelt- und klimaschädlicher Subventionen, allen voran die milliardenschwere steuerliche Vergünstigung des Dieselkraftstoffes.

Individuelle Mobilität in der Stadt und auf dem Land

So gelingt mit dem MobilPass individuelle Mobilität für Groß und Klein sowie Alt und Jung in der Stadt genauso wie auf dem Land. Für die Umsetzung braucht es alle. Die Kommunen und ihre Verkehrsbetriebe, die Länder und den Bund. Die Grundlage hierfür bietet eine gemeinsam getragene bundesweite Mobilitätsplattform. Sie soll alle relevanten Gruppen, privat oder öffentlich, an einen Tisch holen, um ein gemeinsames und kohärentes Vorgehen auf dem Weg in einen zuverlässigen, sicheren und modernen Öffentlichen Personennahverkehr zu ermöglichen. Der Aufbau der Mobilitätsplattform soll vom Bund mit jährlich fünf Millionen Euro unterstützt werden.