Hiroshima & Nagasaki

Gedenken an Atombombenabwürfe

Hiroshima nach dem Atombombenabwurf
Vor 74 Jahren kam es erstmals zum Abwurf von zwei Atombomben. Unser Bild zeigt Hiroshima. Die Wirkung mahnt uns bis heute, dass so etwas nicht wieder passieren darf. Trotzdem investieren Atomwaffenstaaten aktuell in die Modernisierung ihrer Arsenale. picture alliance / Photoshot
07.08.2019
  • Hiroshima und Nagasaki mahnen: Atomwaffen sind eine Gefahr für die gesamte Menschheit. Bestehende Abrüstungsverträge müssen am Leben gehalten werden.
  • Wir Grüne im Bundestag wollen eine Welt ohne Atomwaffen und fordern einen glaubhaften Einsatz für nukleare Abrüstung.
  • Die Bundesregierung muss ihre Blockadehaltung gegenüber dem 2017 verabschiedeten UN-Atomwaffenverbotsvertrag aufgeben.

Die jährlich im August stattfindende Erinnerung an die Atombombenabwürfe über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki am Ende des Zweiten Weltkriegs sind eine ständige Mahnung. Das Leid, das sie über die Menschen brachten, ist bis heute nicht vergessen. Viele litten noch Jahre später an den Folgen, so dass die Zahl der Opfer weit größer ist als die der unmittelbar Gestorbenen. Zu Recht zählen Atomwaffen zu den schlimmsten Massenvernichtungswaffen. Ihr weltweites Verbot („Global Zero“) ist seit Jahrzehnten Ziel internationaler Bemühungen. Derzeit sind wir von diesem Ziel jedoch weiter entfernt als noch vor wenigen Jahren.

Abrüstungspolitik in der Krise

Seit dem 2. August 2019 ist der INF-Vertrag endgültig Geschichte. Die Vertragsparteien USA und Russland haben ihn nach gegenseitigen Vorwürfen der Nichteinhaltung aufgekündigt. Damit ist die Entwicklung, Testung und Stationierung von landgestützten Mittelstreckenraketen wieder erlaubt. Diese können auch nuklear bestückt werden. Aufgrund der extrem kurzen Vorwarnzeit dieser Raketen mit einer Reichweite von 500 bis 5.500 Kilometern galten sie zu Recht als gefährlich und waren seit fast 30 Jahren verboten. Gerade Europa hatte von diesem Verbot profitiert. Die EU und NATO müssen jetzt glaubhaft machen, dass es keine Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in Europa geben wird.

Das Ende des INF-Vertrags fällt ausgerechnet in eine Zeit, in der es schlecht wie lange nicht um die internationalen Beziehungen steht. Hinzu kommt, dass Atomwaffenstaaten wie Russland und die USA massiv in die Modernisierung ihrer nuklearen Fähigkeiten investieren. Ein Rüstungswettlauf ist das Gegenteil von dem, was uns die Gedenktage an Hiroshima und Nagasaki mit auf den Weg geben.

Abrüstungsbemühungen voranbringen

2020 findet die nächste Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags statt. Bereits zwei Mal – 2005 und 2015 – konnten sich die Vertragsstaaten nicht auf Abschlusserklärungen verständigen. Ein weiteres Scheitern der Überprüfungskonferenz im nächsten Jahr wäre verheerend. Wir erwarten, dass die Bundesregierung alles daran setzt, dass dieses Szenario nicht eintritt. Dazu gehört auch, dass die Bundesregierung ihre Blockadehaltung gegenüber dem 2017 verabschiedeten UN-Atomwaffenverbotsvertrag aufgibt. Er ist durchaus geeignet, Brücken zu dem bestehenden Nichtverbreitungsvertrag zu schlagen. Nicht die UN-Vollversammlung hat mit dem Verbotsvertrag den Nichtverbreitungsvertrag geschwächt, die Verantwortung dafür tragen vielmehr die Atommächte, die ihrer Abrüstungsverpflichtung nicht nachkommen.

Wir Grüne im Bundestag fordern einen glaubhaften Einsatz für nukleare Abrüstung.