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WohnungslosigkeitBundesregierung ignoriert Obdachlosigkeit

Ein Mann liegt auf einer Bank an einem leeren Bahnhof.
Wohnungs- und Obdachlosigkeit ist für immer mehr Menschen bittere Realität. In unserem Fachgespräch suchen wir nach Lösungsansätzen.

Die Bundesregierung ist ahnungslos über das Ausmaß der Wohnungs- und Obdachlosigkeit in unserem Land. Sie sieht in der steigenden Zahl der Wohnungslosen keinen Handlungsbedarf. Das ergibt die Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage zum gesellschaftlichen Ausmaß der Obdach- und Wohnungslosigkeit. Das ist skandalös und für alle diejenigen, die zurzeit keine eigene Wohnung haben oder sogar auf der Straße leben, ein Schlag ins Gesicht.

Ein Schmücken mit der sozialen Wohnraumförderung für die Jahre 2018 bis 2021 hilft den Menschen, die dringend eine Wohnung suchen, überhaupt nicht. Das Ziel der Bundesregierung 100.000 zusätzliche Wohnungen im sozialen Wohnungsbau in den 4 Jahren der Wahlperiode zu schaffen ist absolut unzureichend. Angesichts der zwei- bis dreifachen Anzahl an Wohnungen, die gleichzeitig ihre soziale Bindung verlieren, ist dieses Ziel Augenwischerei.

Die Bundesregierung hat offenbar kein Interesse daran, Betroffenen ohne Wohnung zu helfen. Sie versteckt sich hinter Phrasen statt endlich zu begreifen, dass Wohnungslosigkeit kein individuelles Randproblem ist. Es betrifft immer mehr Menschen, vor allem Kinder. Die erste Notunterkunft ausschließlich für Mütter und Väter mit Kindern, die kürzlich in Berlin aufgemacht wurde, ist hierfür ein trauriger Fakt.

Dass zunehmend EU-BürgerInnen auf der Straße leben müssen, lässt die Bundesregierung unkommentiert. Ihre Antwort auf unsere kleine Anfrage ist ein Zeugnis der Untätigkeit und des Wegsehens.

Wir brauchen wieder mehr Investitionen in den sozialen Wohnungsbau, eine Neue Wohngemeinnützigkeit und gut ausgestattete Anlaufstellen für Betroffene, damit dieser Trend endlich gestoppt werden kann.

Wir brauchen endlich eine amtliche Statistik über Wohnungs- und Obdachlosigkeit, um zielgenaue Maßnahmen ergreifen zu können, sowie eine nationale Rahmengesetzgebung und einen nationalen Aktionsplan, der den Ländern und Kommunen einheitliche Vorgaben macht und sie gleichzeitig bei der Umsetzung dieser unterstützt.

In einem öffentlichen Fachgespräch beraten Toni Hofreiter, Wolfgang Strengmann-Kuhn und Chris Kühn heute mit Fachleuten der Wohnungslosenhilfe und zahlreichen Gästen mögliche Lösungsansätze. Ein ausführlicher Bericht zu den Ergebnissen folgt an diesem Ort.

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