1. Mai Mehr Wertschätzung für soziale Berufe

Frauen und Männer in Pflege- und Erziehungsberufe leisten eine wichtige Arbeit für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Wir wollen diesen Berufen mit einem Maßnahmenpaket endlich den Stellenwert geben, den sie verdienen.

Zum Tag der Arbeit lohnt es sich eine Berufsgruppe in den Blick zu nehmen, die oft unter dem Radar verschwindet, deren Arbeit aber für unsere Gesellschaft von enormer Bedeutung ist: die sozialen Berufe.

Rund eine Million Beschäftigte versorgen jeden Tag pflegebedürftige Menschen in den Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten in Deutschland. Knapp 400.000 beschäftigte Erzieherinnen und Erzieher in Kindertageseinrichtungen sind Vorbilder, Mentorinnen und Spielkameraden. Sie legen damit das Fundament für die Zukunft und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. In den sozialen Berufen arbeiten überwiegend Frauen. Sie kümmern sich um unsere Kinder, sie pflegen unsere Eltern. Die Menschen, die uns am wichtigsten und die am verletzlichsten sind, geben wir in ihre Hände.

Mehr Wertschätzung und bessere Arbeitsbedingungen für Soziale Berufe

Wir Grüne wollen den sozialen Berufen endlich den Stellenwert geben, den sie verdienen. Für uns heißt das insbesondere:

  • mehr Personal,
  • eine bessere Bezahlung
  • mehr Mitsprache
  • und Aufstiegs-möglichkeiten.

Zudem werden wir dafür sorgen, dass sich die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern verringert. Da wir in Zukunft noch deutlich mehr Menschen brauchen, die in Pflege und Erziehung arbeiten, muss die Arbeit in diesen Branchen deutlich attraktiver werden.

Entlastung in der Pflege- und Erziehungsarbeit durch bessere Personalausstattung

Die sehr hohe Arbeitsbelastung in den sozialen Berufen entsteht zumeist dadurch, dass Kolleginnen und Kollegen fehlen, um mit anzupacken. So muss zum Beispiel eine Erzieherin nicht selten gleichzeitig Windeln wechseln, trösten und vorlesen. Wir fordern deshalb grundsätzlich eine Personalausstattung, die den verantwortungsvollen Aufgaben gerecht werden kann. Dazu gehört ein verbindliches Personalbemessungsinstrument in Pflege und eine guter Betreuungsschlüssel in allen Kitas.

Bessere Bezahlung und mehr Mitsprache

Eine bessere Bezahlung in den sozialen Berufen ist dringend erforderlich. Für zu viele Beschäftigte gilt bisher keinerlei Tarifvertrag. Arbeitgeber und Gewerkschaften müssen in die Pflicht genommen werden: Sie müssen einen konkreten Beitrag zum Abbau der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen leisten. Ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag Soziales, der zu einer flächendeckenden Aufwertung der sozialen Berufe und einer Gleichstellung der Geschlechter führt, ist daher notwendig.

Zudem muss es bessere Möglichkeiten geben, die Arbeitszeiten selbstbestimmt zu gestalten und mit dem Privat- beziehungsweise Familienleben in Einklang zu bringen. Wir wollen, dass die Beschäftigten eine gesetzlich garantierte Mitsprache über den Umfang und die Lage ihrer Arbeitszeit erhalten, damit Arbeit gut in ihr Leben passt.

Außerdem müssen neben Ärzten und Kassen auch die Pflegkräfte endlich gesicherte Mitspracherechte im Pflege- und Gesundheitssystem bekommen bei allen Entscheidungen, die sie betreffen.

Attraktive Ausbildung für die Fachkräfte von morgen

Ausschlaggebend für die Berufswahl junger Menschen sind die Ausbildungsbedingungen und die beruflichen Perspektiven, die sich auch zukünftig für sie eröffnen. Attraktive und zukunftsorientierte Ausbildungen sind deswegen das A und O, um Fachkräfte von morgen zu gewinnen.

Deswegen fordern wir eine Investitionsoffensive für Qualität in Kitas. Für den Ausbau und eine bessere Qualität der Kindertagesbetreuung soll der Bund 3 Milliarden Euro pro Jahr investieren. Auch muss Schluss sein mit dem Schulgeld in allen sozialen Berufen. Junge Menschen, die einen sozialen Beruf erlernen, sollen nicht auch noch "Lehrgeld" zahlen müssen. Die Pflegeausbildung muss zügig reformiert werden. Den Berufsaufstieg im sozialen Bereich wollen wir erleichtern.

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