Arbeitsförderung

Neue Chancen für den Berufseinstieg

Eine Frau sitzt auf dem Bett, neben ihr ein Hund
Pandemiebedingt werden aktuell viele frisch Ausgebildeten nicht übernommen oder finden keinen Einstiegsjob. Wir wollen deshalb den Berufseinstieg besser unterstützen und Gründungen stärker fördern. Bruno Cervera / unsplash.com
07.04.2021
  • In vielen Berufen stehen junge Absolvent*innen einem verschlossenen Arbeitsmarkt gegenüber. Trotz absehbarem Fachkräftemangel stellen viele Unternehmen im Moment niemanden ein.
  • Die Instrumente der Arbeitsförderung müssen so nachgebessert werden, dass ein Berufseinstieg auch in Krisenzeiten möglich ist. Ein „verlorene Generation“ darf es nicht geben.
  • Deshalb machen wir Neueinstellungen und Gründungen finanziell attraktiver. Für einen begrenzten Zeitraum werden Zuschüsse zum Arbeitsentgelt möglich gemacht. Damit reduzieren wir die Unsicherheit bei Arbeitgebern und schaffen neue Chancen.

In Deutschland wurden während der Corona-Pandemie signifikant weniger Menschen eingestellt. Insbesondere in Hotels und Gastronomie, aber auch im Tourismus stehen eher Insolvenzen und Arbeitsplatzverluste im Raum als Neueinstellungen. Aber auch generell sind Unternehmen aufgrund großer Unsicherheiten eher vorsichtig. Das ist nicht nur vor dem Hintergrund eines demografisch bedingten Fachkräftemangels problematisch, sondern es beraubt auch hoch motivierten Berufseinsteiger*innen ihrer Chancen auf einen guten Start ins Arbeitsleben.

Mit Einstiegszuschuss Perspektiven schaffen

Um die Erfolgsaussichten auf dem Arbeitsmarkt trotz Krise zu erhöhen, müssen die bestehenden Arbeitsmarktinstrumente nachgeschärft und ergänzt werden. Wir schlagen daher einen Einstiegszuschuss und den Ausbau der Gründungsförderung vor.

Mit dem Einstiegszuschuss wird der Berufseinstieg erleichtert, indem das Arbeitsentgelt für ein halbes Jahr mit bis zu 50% gefördert wird. Das setzt eine schwierige Arbeitsmarktsituation in der geförderten Branche voraus und ist dementsprechend zielgenau auf Berufe konzentriert, in denen der Einstieg aktuell besonders schwierig ist. 

Für die Einstellung eines gerade ausgebildeten Koches oder einer Hotelfachfrau ist daher eine Förderung möglich, für die einer IT-Fachkraft eher nicht. Um Missbrauch zu vermeiden, ist die Förderung mit einer Nachbeschäftigungspflicht in gleicher Länge verbunden.

Selbständigkeit und Existenzgründung möglich machen

Auch den Gründungszuschuss wollen wir ausbauen. Er bietet arbeitslosen Menschen eine Unterstützung im ersten Jahr einer Existenzgründung. Um Kosten zu sparen wurde dieses Instrument vor 10 Jahren von der damaligen schwarz-gelben Bundesregierung massiv zusammengestrichen. Dabei ist der Gründungszuschuss eines der effektivsten Instrumente zur Überwindung von Arbeitslosigkeit überhaupt. Im besten Fall können damit sogar zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Gerade auch in diesen Zeiten kann die Selbständigkeit eine attraktive Alternative zur Arbeitslosigkeit darstellen.

Davon unbenommen sind umfangreiche Verbesserungen der Beratung und Unterstützung in den Jobcentern, die wir bereits 2019 beantragt haben.