Fraktionsbeschluss

Hitze und Dürre drängen - Mensch und Natur schützen

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03.09.2020
  • Die Vorboten der Klimakrise haben uns erreicht. Viele Teile Deutschlands sind von starker Trockenheit betroffen. Gewitter, Starkregen und Stürme nehmen zu, Hitze macht das Leben im Sommer mancherorts unerträglich.
  • Wir müssen die Treibhausgasemissionen, die die Klimakrise verursachen, so schnell wie möglich reduzieren und uns gleichzeitig auf die Auswirkungen der globalen Klimakrise vorbereiten. Das bedeutet Klimanothilfe zu leisten, unsere Wasserversorgung zu sichern und unsere Ökosysteme zu stärken.
  • Wie das geht, haben wir in einem Fraktionsbeschluss aufgezeigt.

Eines ist klar: wir werden mit den katastrophalen Folgen der Erhitzung leben müssen. Nun gilt es, unsere Natur so zu schützen, dass sie uns auch in der Klimakrise Lebensgrundlage sein kann. Bei anhaltender Dürre werden gesunde Bäume und wasserreiche Flüsse für uns alle immer wertvoller. Schattenspendende Bäume werden dafür sorgen, dass wir heiße Sommer in Städten ertragen können. Gute Böden werden bei Trockenheit einen größeren Ertrag bringen als Böden mit niedrigem Humusgehalt.

Daher wollen wir Grüne im Bundestag den Umbau von Fichtenmonokulturen zu artenreichen Wäldern vorantreiben und den Aufbau und Schutz von guten Böden in der Landwirtschaft fördern, Wasser vor Umweltgiften schützen, Anreize zum Wassersparen in Industrie und Landwirtschaft schaffen und den Zugang zu Trinkwasser für die Menschen sicherstellen.

Mit uns werden Städte grüner: Parks, Fassaden und Gärten werden gefördert, die Lebensqualität von Menschen wird steigen. Damit wird unsere Welt lebbarer und wir reduzieren die Kosten der Klimakrise für uns alle.

Vorbereiten auf Hitzewellen, Dürren und Unwetter

Podcast mit Oliver Krischer

Wir sprechen mit dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Oliver Krischer über Hitze, Dürre, Wald und Klimaschutz.

Ihr könnt den Podcast auf gruene-bundestag.de oder auch bei Spotify, Apple Podcast, Google Podcast und Deezer anhören

Selbst wenn wir den Kohleausstieg beschleunigen, dreckige Autos von den Straßen verbannen und weniger Produkte konsumieren als bisher: wir können die Klimakrise nicht mehr aufhalten. Ihre Folgen werden auch uns hart treffen.

Daher gilt: wir müssen vorbereitet sein und unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft so umgestalten, dass wir und die Natur mit der wir leben höhere Temperaturen, Dürreperioden und Stürme besser aushalten. Je besser wir vorbereitet sind, desto geringer werden auch die Kosten sein, die wir als Gesellschaft für Ernteausfälle, kaputte Wälder, und Schäden durch Starkregen und Stürme aufbringen werden müssen.

Wasser, Wald und Boden

In drei Bereichen wollen wir aktiv werden, um unsere Widerstandsfähigkeit gegenüber der Klimakrise zu erhöhen.

  1. Mit einem Zukunftsplan Wasser wollen wir die öffentliche Trinkwasserversorgung in Deutschland langfristig sichern. Illegale Wasserentnahme soll stärker geahndet werden als bisher, Abwasser wieder genutzt werden, wo es unbedenklich möglich ist - hochwertiges Trinkwasser muss nicht für Toilettenspülungen und Bewässerung eingesetzt werden, hier kann einfach gereinigtes Abwasser eine zweite Nutzung erfahren. Flüsse, Bäche, Auen und Moore müssen künftig viel stärker als bisher geschützt werden, und wieder in ihren natürlichen Zustand gebracht werden. Je mehr naturnahe Wasserquellen wir haben, desto besser sind wir vor Dürren und Hitze geschützt.
  2. Den Wald müssen wir umbauen, um von Plantagen und Monokulturen zu naturnahen Mischwäldern zu kommen, die weniger anfällig für Hitze, Brände und Stürme sind. Wir möchten Mindeststandards für eine naturnahe Waldwirtschaft gesetzlich festlegen, um den notwendigen Umbau der Wälder in Deutschland zu fördern. Ein Waldzukunftsfonds in Höhe von 1 Milliarde Euro soll diesen Umbau finanziell flankieren. Wir Grüne im Bundestag werden uns auch dafür einsetzen, dass die Kapazitäten Deutschlands, Waldbrände zu löschen, sowohl auf kommunaler wie auch auf nationaler Ebene erhöht werden.
  3. Um die Landwirtschaft für die Klimakrise zu stärken, muss die Qualität der Böden aufgebaut und stetig verbessert werden. Je höher die Kohlenstoffbindung des Bodens ist, desto mehr CO2 kann der Boden aufnehmen und so seine Rolle im Klimaschutz spielen. Je höher der Humusgehalt des Bodens ist, desto mehr Wasser kann er binden und so Trockenzeiten besser Stand halten. Ganzjährige Bodenbedeckung, weite Fruchtfolgen, Mischkulturen und Agroforstsysteme können zur Qualitätssteigerung des Bodens beitragen und werden von uns Grünen im Bundestag unterstützt werden. Dabei geht es nicht nur darum, die Landwirtschaft besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten, sondern auch, die Landwirtschaft klimafreundlicher zu machen.