Grüne AusbildungsgarantieAusbildung garantiert - unabhängig von Herkunft und Aufenthaltsstatus

Handwerksmeister Steffen Rottluff (l) spricht mit seinem Azubi Ashraf Hussain über Lötstellen am 06.04.2016 in Chemnitz (Sachsen). Der Pakistani lebt seit eineinhalb Jahren in Chemnitz und lernt nun den Beruf des Anlagenmechanikers.

Jeder junge Mensch hat das Recht auf eine gute Ausbildung. Dieses Recht gilt selbstverständlich auch für junge Flüchtlinge. Schon für heimische Jugendliche gleicht der Weg in die Ausbildung oft einem Hindernislauf. Noch problematischer wird es aber, wenn auch noch sozial- und aufenthaltsrechtliche Beschränkungen das Ankommen erschweren. Die Bundesregierung verliert sich mit dem Integrationsgesetz in kleinkarierten und bürokratischen Differenzierungen nach Aufenthaltsstatus und Bleibeperspektive. Wir zeigen mit der grünen Ausbildungsgarantie, wie es besser geht.

GUT BERATEN IN DIE AUSBILDUNG

Jede Ausbildung beginnt mit guter Beratung. Gerade junge Menschen mit Fluchtgeschichte wissen oft nichts über die hervorragenden Perspektiven, die sich aus einer Ausbildung ergeben. Viele stehen zudem unter dem Druck, schnell verdienen zu müssen, um ihre fluchtbedingten Schulden zu begleichen oder ihre Familien in den Herkunftsländern zu unterstützen. Gute und frühe Beratungsangebote sind heute aber noch immer Mangelware. Wir wollen deshalb, dass Arbeitsagenturen, Jobcenter und Jugendhilfe bereits in der Erstaufnahme als Kompetenzteams umfassend über Ausbildungswege, Karrierechancen und Berufsbilder informieren.

TEILHABE VON ANFANG AN

Integration gelingt über Sprache. Denn nur wer sich verständigen kann, hat die Möglichkeit seine Motivation in Kompetenzen umzuwandeln – ob praktisch an der Werkbank oder theoretisch an der Schulbank. Wichtig ist also, dass alle Schutzsuchenden von Beginn an Deutsch lernen können ob in der Schule oder im Integrationskurs. Damit junge Flüchtlinge möglichst schnell mit der Arbeitswelt in Kontakt kommen, setzen wir mit dem Integrationsmodul der grünen Ausbildungsgarantie ganz auf die Kombination von betrieblicher Praxis und guten Unterstützungsangeboten. In mehrstufigen Orientierungspraktika lernen ausbildungsinteressierte Geflüchtete Betriebe und Arbeitswelten kennen, erhalten allgemeine und berufsbezogene Sprachförderung und werden zudem während der gesamten Ausbildungsvorbereitung, wenn nötig, sozialpädagogisch und psychologisch betreut.

LERNEN BRAUCHT GESCHÜTZTE RÄUME

Wir alle wissen aber auch, dass Lernen Zeit und geschützte Räume braucht. Die Unsicherheit über die eigene Zukunft oder eine drohende Abschiebung verhindern jeden Lernerfolg. Die Bundesregierung hat den Ruf der Wirtschaft nach einem sicheren Bleiberecht während der Ausbildung viel zu lange ignoriert. Mit dem Integrationsgesetz kommt nun eine Regelung, die zwar den Status Quo verbessert, bei weitem aber nicht allen ausbildungsinteressierten Flüchtlingen Sicherheit bringt. Jugendliche mit sogenannter schlechter Bleibeperspektive werden weiterhin oft über Jahre alleine gelassen, obwohl viele von ihnen für längere Zeit in Deutschland bleiben. Das ist integrationspolitischer Irrsinn. Durch die grüne Ausbildungsgarantie erhalten auch alle Asylsuchenden bereits die Sicherheit, in Deutschland bleiben zu dürfen, wenn sie sich auf eine Ausbildung vorbereiten. So ermutigen wir sie zum Lernen und erreichen, dass möglichst viele Flüchtlinge ihren Weg zu einem anerkannten Berufsabschluss gehen können.

DAMIT HERKUNFT NICHT ÜBER ZUKUNFT ENTSCHEIDET

Die Bundesregierung hat sich nicht nur endgültig von einer Ausbildungsgarantie verabschiedet, die sie im Koalitionsvertrag versprochen hatte. Sie verspielt mit dem neuen Integrationsgesetz nun auch noch die Chance auf gelungene Integration. Mit unserer grünen Ausbildungsgarantie zeigen wir, wie aus der Herausforderung der Integration hunderttausender Neuankommender eine Erfolgsgeschichte werden kann. Denn jeder junge Mensch hat das Recht auf eine gute Ausbildung und eines muss besonders klar sein: Herkunft darf nicht über Zukunft entscheiden.

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