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Psychische GesundheitPsychotherapieausbildung umfassend reformieren

Jugendliche bei einer psychotherapeutischen Sitzung
Psychotherapuetische Gruppensitzung. Wir sehen erheblichen Nachbeserungsbedarf im Entwurf der Bundesregierung und haben einen eigenen Antrag vorgelegt.

Seit vielen Jahren besteht Reformbedarf bei der Ausbildung von Psychotherapeutinnen und -therapeuten. Im Gegensatz zu etlichen anderen Gesundheitsberufen müssen sie beispielsweise ihre Ausbildung selbst finanzieren oder erhalten während der praktischen Tätigkeit in ihrer Ausbildung keine oder nur eine schlechte Bezahlung.

Aufgrund einer fehlenden Approbation nach dem Studium gibt es überdies rechtliche Unsicherheiten. Die Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung sind unklar, weil im Psychotherapeutengesetz noch keine Anpassungen an die mit dem so genannten Bologna-Prozess geschaffenen europaweit einheitlichen Studienabschlüsse mit Bachelor und Master erfolgt sind.

Eine Reform der Psychotherapeutenausbildung war also längst überfällig. Die Bundesregierung hat jetzt einen Gesetzentwurf vorgelegt, der zumindest auf einige Fragen eine Antwort bietet.

Grüner Antrag

Um unsere Forderungen und Vorschläge zur Reform der Psychotherapeutenausbildung zu bekräftigen, haben wir einen eigenen Antrag in den Deutschen Bundestag eingebracht. Wir schlagen darin vor, die Vielfalt der psychotherapeutischen Verfahren, die Praxiserfahrung und die Besonderheiten der Behandlung von Kindern und Jugendlichen im Studium ausreichend zu berücksichtigen. Auch wollen wir, dass Fachhochschulen das Studium der Psychotherapie ebenfalls anbieten können.

Außerdem plädieren wir dafür, die Möglichkeiten zum Quereinstieg von pädagogischen, heilpädagogischen und anderen Fachkräften zur Psychotherapieausbildung unbedingt zu erhalten. Diese sind für die psychotherapeutische Versorgung etwa von Kindern und Jugendlichen von großer Bedeutung.

Bundesregierung lässt Fragen offen

Wir setzen darauf, dass der Gesetzentwurf der Bundesregierung nachgebessert wird, denn er lässt wichtige Fragen offen. So ist die Finanzierung der ambulanten Weiterbildung nach wie vor unzureichend. Dadurch müssen die jungen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten einen erheblichen Anteil an den auflaufenden Weiterbildungskosten selbst tragen. Zudem fehlt jegliche Übergangsregelung, um die prekäre finanzielle Situation der jetzigen Psychotherapeutinnen und -therapeuten in Ausbildung (PiA) zu beenden, die noch nach dem alten Recht ausgebildet werden.

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