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Psychische GesundheitWarten statt Hilfe

Jugendliche bei einer psychotherapeutischen Sitzung
Patientinnen und Patienten in psychischen Krisen müssen bis zu 20 Wochen auf eine Therapie warten. Wir haben die Bundesregierung gefragt, wie sie dazu steht. Ihre Antwort zeigt: Sie ignoriert die Probleme.

Etwa 20 Wochen müssen psychisch kranke Menschen auf eine psychotherapeutische Behandlung warten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Bundespsychotherapeutenkammer.

Dabei müsste es eigentlich selbstverständlich sein, dass Menschen in psychischen Krisen schnell wirksame Hilfe bekommen. Doch die Bundesregierung hat sich zuletzt bei der Beantwortung einer kleinen Anfrage der grünen Bundestagsfraktion ahnungslos gegeben. Fragen zu Daten über Wartezeiten hat das zuständige Gesundheitsministerium abgewimmelt. Dabei hat der Minister höchst selbst verkündet, er wolle sich an Verbesserungen bei den Wartezeiten für gesetzlich Versicherte messen lassen.

Als ein Grund für die langen Wartezeiten gilt die unzureichende Bedarfsplanung. Das heißt, es gibt in einigen Regionen schlichtweg zu wenig Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Daher sollte eine Reform für Verbesserungen sorgen. Der Gesetzgeber hatte die Selbstverwaltung im Gemeinsamen Bundesausschuss im Juli 2015 damit beauftragt, die Änderungen der Bedarfsplanung bis Anfang 2017 umzusetzen. Doch das ist bislang nicht geschehen. Die Bundesregierung hat keinen erkennbaren Druck gemacht, um eine Beschleunigung herbeizuführen. Das wird in ihrer Antwort auf die grüne Anfrage unmissverständlich klar.

Wir fordern daher, dass die Bedarfsplanung zügig reformiert wird und weitere Psychotherapeutinnen und -therapeuten zugelassen werden, damit Patientinnen und Patienten gut versorgt werden können. Außerdem sollen die sogenannten Terminservicestellen auch Plätze für eine längere Therapie (sogenannte Richtlinientherapie) anbieten können. Die Bundesregierung darf nicht länger den Kopf in den Sand stecken und muss jetzt endlich handeln.

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