Biodiversität

Klimaschutz ist Waldschutz ist Klimaschutz

Blick in einen naturnahen Laubmischwald. Die Sonne scheint.
Wir brauchen Wälder, die der Klimakrise besser trotzen und dabei aktiven Klimaschutz betreiben. Dafür müssen dringend Maßnahmen für eine Waldwende in Angriff genommen werden, weg von Forstplantagen hin zu naturnahen Laubmischwäldern. picture alliance/imageBROKER
05.09.2019
  • Unsere Wälder, die meist monotone Forstplantagen sind, leiden unter der Klimakrise. Wir brauchen intakte Wälder zur Eindämmung der Klimakrise.
  • Es braucht eine Waldwende hin zu naturnahen Laubmischwäldern. Sie dienen als Wasserspeicher, Luftfilter, Bodenschützer und binden den Klimakiller CO2.
  • Wir Grüne im Bundestag wollen Land- und Waldwirtschaft klimafreundlich gestalten, um unsere Lebensgrundlagen zu sichern.

Durch die dramatische Klimakrise ist unser Wald in seiner Existenz bedroht. Zu wenig Regen, Stürme, Hitzewellen und lange Dürreperioden schädigen den Wald schon seit Jahren massiv. Durch den Dürresommer 2018 und die Hitzeperioden dieses Jahres droht jetzt ein Waldsterben 2.0. 40 Millionen Bäume sind bundesweit bereits abgestorben. Besonders gefährdet sind naturferne Nadelmonokulturen aus Fichten und Kiefern, die auf Grund ihres schnellen Wachstums seit zwei Jahrhunderten bevorzugt angepflanzt worden sind – auch dort, wo sie von Natur aus nicht vorkämen.

Wälder sind Wasserspeicher, Luftfilter, Bodenschützer – und sie speichern Kohlenstoff

Der beste Waldschutz ist ein konsequenter Klimaschutz. Zugleich sind eine Ökologisierung der Waldbewirtschaftung und mehr alte, naturnahe Wälder ein zentraler Baustein einer erfolgversprechenden Klimapolitik. So können Wälder wichtige „Verbündete“ im Kampf gegen die Klimakrise sein. Sie sind Wasserspeicher, Luftfilter und Bodenschützer. Außerdem sind sie Klimaschützer, indem sie Kohlenstoff speichern und damit den Klimakiller CO2 binden. Wir brauchen Wälder, die für die Auswirkungen der Klimakrise am besten gewappnet sind. Die Politik ist mehr denn je gefordert, jetzt die richtigen Weichen zu stellen, um unseren Kindern und Kindeskindern naturnahe, stabile und klimafeste Wälder zu hinterlassen.

Urwälder für Artenreichtum und Klimaschutz

Eine Weiterso wie bisher – noch dazu unterstützt von millionenschweren Subventionen für eine Aufforstung wie Agrarministerin Klöckner ständig vollmundig ankündigt – ist der Holzweg. Gravierende Schäden in der Zukunft sind vorprogrammiert. Die Forstwirtschaft muss endlich nachhaltig werden. Dafür braucht es den Aufbau von naturnahen und klimastabilen Wäldern und keine importierten sogenannten Klimabäume wie zum Beispiel die Douglasie. Es braucht auch keine massiven Aufforstungsmaßnahmen mit gleichen Nadelhölzern und Altersklassen, sondern Wälder die wieder wachsen dürfen. Bestehende Forstplantagen müssen umgebaut werden, damit aus ihnen naturnahe Laubmischwälder werden können. Und ganz wichtig für das Klima und den Artenreichtum sind Wälder ohne Nutzung, also Wildnis und Urwälder von morgen. Die grüne Bundestagsfaktion hat einen Vorschlag für die Waldwende vorgelegt.