Wald

Klimaschutz ist Waldschutz ist Klimaschutz

Blick in einen naturnahen Laubmischwald. Die Sonne scheint.
Wir brauchen Wälder, die der Klimakrise besser trotzen und dabei aktiven Klimaschutz betreiben. Dafür müssen dringend Maßnahmen für eine Waldwende in Angriff genommen werden, weg von Forstplantagen hin zu naturnahen Laubmischwäldern. picture alliance/imageBROKER
31.08.2020
  • Unsere Wälder, die meist monotone Forstplantagen sind, leiden unter der Klimakrise und der anhaltenden Dürre.
  • Wälder dienen als Wasserspeicher, Luftfilter, Bodenschützer und binden den Klimakiller CO2. Wir brauchen intakte und widerstandsfähige Wälder im Kampf gegen die Klimakrise.
  • Wir Grüne im Bundestag wollen unsere Wälder erhalten und die Waldwirtschaft klimafreundlich gestalten, um unsere Lebensgrundlagen zu sichern.

Durch die dramatische Klimakrise ist unser Wald in seiner Existenz bedroht. Zu wenig Regen, Stürme, Hitzewellen und lange Dürreperioden schädigen den Wald schon seit Jahren massiv. Nach den letzten Dürresommern und den über langen Zeitraum fehlenden Niederschlägen hat es auch in diesem Sommer keine Erholung für unsere Wälder gegeben.

Dürre legt die Waldkrise offen

In vielen Gebieten in Deutschland sind die Böden im dritten Dürrejahr in Folge deutlich zu trocken. Die bisherigen Niederschläge in diesem Jahr reichen nicht aus, den angesammelten Wassermangel in tieferen Bodenschichten zu kompensieren. Die Grundwasserstände sinken. In naturfernen Forsten sind die Folgen der Trockenheit am stärksten sichtbar.

Besonders gefährdet sind naturferne Nadelmonokulturen aus Fichten und Kiefern, die auf Grund ihres schnellen Wachstums seit zwei Jahrhunderten bevorzugt angepflanzt worden sind – auch dort, wo sie von Natur aus nicht vorkämen.

Doch auch viele andere Baumarten wie alte Buchen leiden unter der Dürre, wenn auch in geringerem Ausmaß. Auch viele Stadtbäume sind betroffen. Der Wald um uns herum stirbt ab und die Bundesregierung hat bislang außer Geld keine angemessene Antwort auf diese fundamentale Waldkrise.

Wälder sind Wasserspeicher, Luftfilter, Bodenschützer – und sie speichern Kohlenstoff

Der beste Waldschutz ist ein konsequenter Klimaschutz. Zugleich sind mehr Öko bei der Waldbewirtschaftung und mehr alte, naturnahe Wälder ein zentrale Bausteine einer erfolgversprechenden Klimapolitik. So können Wälder wichtige „Verbündete“ im Kampf gegen die Klimakrise sein. Sie sind Wasserspeicher, Luftfilter und Bodenschützer. Außerdem sind sie Klimaschützer, indem sie Kohlenstoff speichern und damit den Klimakiller CO2 binden. Wir brauchen Wälder, die für die Auswirkungen der Klimakrise am besten gewappnet sind. Die Politik ist mehr denn je gefordert, jetzt die richtigen Weichen zu stellen, um unseren Kindern und Kindeskindern naturnahe, stabile und klimafeste Wälder zu hinterlassen.

Urwälder für Artenreichtum und Klimaschutz

Eine Weiterso wie bisher – noch dazu unterstützt von millionenschweren Subventionen für eine Aufforstung wie Agrarministerin Klöckner ständig vollmundig ankündigt – ist der Holzweg. Gravierende Schäden in der Zukunft sind vorprogrammiert. Die Forstwirtschaft muss endlich nachhaltig werden. Dafür braucht es den Aufbau von naturnahen und klimastabilen Wäldern.

Es braucht auch keine massiven Aufforstungsmaßnahmen mit gleichen Nadelhölzern und Altersklassen, sondern Wälder, die wieder wachsen dürfen. Bestehende Forstplantagen müssen umgebaut werden, damit aus ihnen naturnahe Laubmischwälder entwickeln können. Und ganz wichtig für das Klima und den Artenreichtum sind Wälder ohne Nutzung, also Wildnis und Urwälder von morgen. Investitionen in einen naturnahen Wald zahlen sich aus, auch auf lange Sicht. Wir haben einen Vorschlag für die Waldwende hin zu gesunden und stabilen Wäldern vorgelegt.