Klimakrise

Lage der Wälder dramatisch

Blick in einen naturnahen Laubmischwald. Die Sonne scheint.
Wir brauchen Wälder, die der Klimakrise besser trotzen und dabei aktiven Klimaschutz betreiben. Dafür müssen dringend Maßnahmen für eine Waldwende in Angriff genommen werden, weg von Forstplantagen hin zu naturnahen Laubmischwäldern. picture alliance/imageBROKER
14.07.2021
  • Unsere Wälder, die meist monotone Forstplantagen sind, leiden unter der Klimakrise und der anhaltenden Dürre. Der Waldzustandsbericht zeigt: Dem Wald ist es seit 1984 nie so schlecht gegangen.
  • Wir brauchen Wälder: als Wasserspeicher, Luftfilter, Bodenschützer und um den Klimakiller CO2 zu binden. Wir brauchen intakte und widerstandsfähige Wälder im Kampf gegen die Klimakrise.
  • Wir Grüne im Bundestag wollen unsere Wälder erhalten und die Waldwirtschaft klimafreundlich gestalten, um unsere Lebensgrundlagen zu sichern.

Durch die dramatische Klimakrise ist unser Wald in seiner Existenz bedroht. Zu wenig Regen, Stürme, Hitzewellen und lange Dürreperioden schädigen den Wald schon seit Jahren massiv. Die Niederschläge in diesem Jahr sind nach den letzten Dürresommern wie ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Dürre legt die Waldkrise offen

Die bisherigen Niederschläge in diesem Jahr reichen nicht aus, den angesammelten Wassermangel in tieferen Bodenschichten zu kompensieren. Die Grundwasserstände sinken. In naturfernen Forsten sind die Folgen der Trockenheit am stärksten sichtbar.

Besonders gefährdet sind naturferne Nadelmonokulturen aus Fichten und Kiefern, die auf Grund ihres schnellen Wachstums seit zwei Jahrhunderten bevorzugt angepflanzt worden sind – auch dort, wo sie von Natur aus nicht vorkämen.

Doch auch viele andere Baumarten wie alte Buchen leiden unter der Dürre. Der Wald um uns herum stirbt ab – und die Bundesregierung hat bislang außer Geld keine angemessene Antwort auf diese fundamentale Waldkrise.

Wälder sind ein wichtiges Pfund beim Klimaschutz

Der beste Waldschutz ist ein konsequenter Klimaschutz. Und umgekehrt sind Wälder wichtige „Verbündete“ im Kampf gegen die Klimakrise. Sie speichern Kohlenstoff und binden damit den Klimakiller CO2. Wir brauchen Wälder, die für die Auswirkungen der Klimakrise am besten gewappnet sind. Mehr alte, naturnahe Wälder und mehr „Öko“ bei der Waldbewirtschaftung sind zentrale Bausteine einer erfolgversprechenden Klimapolitik. Wir brauchen eine Politik, die die richtigen Weichen stellt, um unseren Kindern und Kindeskindern naturnahe, stabile und klimafeste Wälder zu hinterlassen.

Naturnahe Wälder statt Forstplantagen

Dafür ist der Pfad, den die Bundesregierung unter sind Agrarministerin Klöckner eingeschlagen hat – millionenschwere Subventionen für eine Aufforstung ohne echte ökologische Vorgaben – aber der Holzweg. Gravierende Schäden in der Zukunft sind vorprogrammiert. Die Forstwirtschaft muss endlich nachhaltig werden. Dafür braucht es den Aufbau von naturnahen und klimastabilen Wäldern.

Wälder müssen wieder wachsen dürfen. Bestehende Forstplantagen müssen umgebaut werden, damit aus ihnen naturnahe Laubmischwälder entwickeln können. Und ganz wichtig für das Klima und den Artenreichtum sind Wälder ohne Nutzung, also Wildnis und Urwälder von morgen. Investitionen in einen naturnahen Wald zahlen sich aus, auch auf lange Sicht.

Die Waldkrise als existenzielle Herausforderung ist nicht durch einen regenreichen Sommer zu lösen. Sie erfordert eine Neuausrichtung in der Waldbewirtschaftung und damit auch von Förderinstrumenten. Flächenprämien nach dem Gießkannenprinzip versickern nutzlos, statt wirksame Investitionsanreize für einen echten Waldumbau zu setzen. Wir haben einen Vorschlag für die Waldwende hin zu gesunden und stabilen Wäldern vorgelegt.