Waldkrise

Lage der Wälder dramatisch

Blick in einen naturnahen Laubmischwald. Die Sonne scheint.
Wir brauchen Wälder, die der Klimakrise besser trotzen und dabei aktiven Klimaschutz betreiben. Dafür müssen dringend Maßnahmen für eine Waldwende in Angriff genommen werden, weg von Forstplantagen hin zu naturnahen Laubmischwäldern. picture alliance/imageBROKER
08.08.2021
  • Unsere Wälder, die meist monotone Forstplantagen sind, leiden besorgniserregend unter der Klimakrise und der anhaltenden Dürre.
  • Wir brauchen Wälder: als Wasserspeicher, Luftfilter, Bodenschützer und um den Klimakiller CO2 zu binden. Wir brauchen intakte und widerstandsfähige Wälder im Kampf gegen die Klimakrise.
  • Wir Grüne im Bundestag wollen eine umfassende Waldpolitik, die unsere Wälder erhält und die Waldwirtschaft klimafreundlich gestaltelt, um unsere Lebensgrundlagen zu sichern.

Durch die dramatische Klimakrise ist unser Wald in seiner Existenz bedroht. Stürme, Hitzewellen und lange Dürreperioden schädigen den Wald schon seit Jahren massiv.

Dürre legt die Waldkrise offen

Die bisherigen Niederschläge in diesem Jahr reichen nicht aus, den Wassermangel in tieferen Bodenschichten zu kompensieren.

Besonders gefährdet sind naturferne Nadelmonokulturen aus Fichten und Kiefern, die auf Grund ihres schnellen Wachstums seit zwei Jahrhunderten bevorzugt angepflanzt worden sind – auch dort, wo sie von Natur aus nicht vorkämen.

Doch auch viele andere Baumarten wie alte Buchen leiden unter der Dürre. Der Wald um uns herum stirbt ab – und die Bundesregierung hat bislang außer Geldzahlungen für Waldbesitzer*innen keine angemessene Antwort auf diese fundamentale Waldkrise.

Wälder sind ein wichtiges Pfund beim Klimaschutz

Der beste Waldschutz ist ein konsequenter Klimaschutz. Und umgekehrt sind Wälder wichtige „Verbündete“ im Kampf gegen die Klimakrise. Sie speichern Kohlenstoff und binden damit den Klimakiller CO2. Wir brauchen Wälder, die für die Auswirkungen der Klimakrise am besten gewappnet sind. Mehr alte, naturnahe Wälder und mehr „Öko“ bei der Waldbewirtschaftung, Wildniswälder in denen Natur Natur sein kann und ein sparsamer Umgang mit der Ressource Holz sind zentrale grüne Bausteine einer erfolgversprechenden Klima– und Waldpolitik.

Naturnahe Wälder statt Forstplantagen

Der Pfad, den die schwarz-rote Bundesregierung eingeschlagen hat - millionenschwere Subventionen für eine Aufforstung ohne echte ökologische Vorgaben und zweifelhaftem Nutzen für den Klimaschutz – ist ein Holzweg.

Per Gießkanne wurde eine Bundeswaldprämie auf die Fläche ausgeschüttet. Statt Impulse für eine naturnahe Waldumwandlung zu setzen, wurden mit dieser Förderung meist nur Mitnahmeeffekte bewirkt. Aktuell wird von Waldministerin Klöckner eine Klimaprämie für Waldbesitzer*innen vorangetrieben - damit droht die verfehlte Bundeswaldprämie zur Blaupause für eine Dauersubvention zu werden, ohne dass aktiv gesellschaftliche Leistungen erbracht werden.

Neuausrichtung der Waldbewirtschaftung

Die Waldkrise als existenzielle Herausforderung ist weder durch eine unqualifizierte Klimaprämie noch durch einen regenreichen Sommer zu lösen. Sie erfordert eine Neuausrichtung in der Waldbewirtschaftung und damit auch von Förderinstrumenten. Flächenprämien nach dem Gießkannenprinzip versickern nutzlos, statt wirksame Investitionsanreize für einen echten Waldumbau zu setzen. Wir haben mit unserem Autor*innenpapier "Zukunft für die heimischen Wälder sichern" einen Vorschlag für die Waldwende hin zu gesunden und stabilen Wäldern vorgelegt.

Stärkung von Waldökosystemen

Wir brauchen gezielte Anreize für Investitionen in einen naturnahen klimastabilen Wald, denn die zahlen sich auf lange Sicht aus. Dafür haben wir eine Studie in Auftrag gegeben, wie Investitionen in den Wald leistungsbezogen ausgestaltet werden könnten. Fördergelder sollen auf  der der Basis konkret erbrachter Leistungen und gezielter Maßnahmen zur Stärkung von Waldökosystemen in Bezug auf Klimaresilienz, Naturnähe und Biodiversität gestaltet werden, wobei diese Leistungen und Maßnahmen über den gesetzlichen Mindeststandard der guten fachlichen Praxis hinausgehen müssen. Die Studie liefert wichtige Impulse zur Debatte über wirksame gemeinwohlorientierte Förderinstrumente für klimaresilienten Waldökosysteme und deren Ökosystemleistungen.