Weltkrebstag

Wirksame Gesundheitsförderung gegen Krebs

Hier trainieren Langzeitarbeitslose in der ersten Sporttafel Deutschlands in Waldshut-Tiengen am Hochrhein.
Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa eine halbe Million Menschen neu an Krebs. Wir Grüne im Bundestag wollen die Zahl der Neuerkrankungen an Krebs deutlich verringern, indem wir das volle Potenzial der Gesundheitsförderung ausschöpfen. picture alliance / dpa
03.02.2021
  • Die Diagnose Krebs trifft jedes Jahr viele Menschen und reißt sie aus ihrem Alltag. Umso wichtiger ist es, Krebserkrankungen durch wirksame Gesundheitsförderung vorzubeugen.
  • Ein Teil der Neuerkrankungen wäre vermeidbar, wenn konsequent an den bekannten Risikofaktoren angesetzt und Public Health gefördert würde.
  • Wir Grüne im Bundestag wollen allen Menschen gerechte Gesundheitschancen ermöglichen und besseren Zugang zu Gesundheitsinformationen schaffen.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa eine halbe Million Menschen neu an Krebs. Wir Grüne im Bundestag wollen die Zahl der Neuerkrankungen an Krebs deutlich verringern, indem wir das volle Potenzial der Gesundheitsförderung ausschöpfen. In Deutschland werden Menschen zu häufig alleingelassen, wenn es darum geht, sich über Gesundheitsthemen zu informieren und Krankheiten vorzubeugen. In vielen anderen Ländern hat die öffentliche Gesundheit – Public Health – bereits einen höheren Stellenwert. Mit der Ermöglichung einer gesunden Lebensweise kann Krebs und anderen Erkrankungen vorgebeugt werden.

Die Prozesse der Krebsentstehung sind jedoch noch nicht vollständig bekannt und daher nicht in jedem Fall beeinflussbar. Ein weiterer Ausbau der Krebs- und insbesondere der Präventionsforschung ist daher unerlässlich. Dafür muss die Kooperation in der EU und global mit der WHO gestärkt werden. Schon heute kann die Zahl der Krebsneuerkrankungen deutlich verringert werden. Dazu müssen bekannte Risikofaktoren beseitigt oder zumindest deutlich verringert werden. Zu den beeinflussbaren Risiken einer Krebserkrankung gehören vor allem der Konsum von Tabak und Alkohol, unausgewogene Ernährung sowie Bewegungsmangel.

Gesundheitsförderung ist Aufgabe der Bundesregierung

Die Bundesregierung hat die Aufgabe, für alle Menschen solche Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein möglichst gesundheitsförderliches Leben ermöglichen. Genau das versäumt jedoch das im Jahr 2015 verabschiedete Präventionsgesetz, das die Verantwortung für – oder gegen – ein gesundheitsförderliches Leben den Einzelnen zuspielt. Damit wird Gesundheitsförderung zu einer persönlichen Angelegenheit verklärt, obwohl sie eine öffentliche Chance und Aufgabe darstellen sollte. Menschen in Armut und mit wenig Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe sind stärker von den Risikofaktoren betroffen, nicht weil sie „selbst Schuld“ haben, sondern weil die Chancen auf und Mittel für ein gesundes Leben ungerecht verteilt sind.

Gesundheitsförderung: Braucht gute Sozialpolitik

Um Krebs und weiteren nicht-übertragbaren Erkrankungen nachhaltig vorzubeugen, müssen alle Menschen zum einen in ihrem Zugang zu Wissen, Kompetenzen und Möglichkeiten gestärkt werden. Wirksame Gesundheitsförderung bedarf daher auch immer einer guten Sozialpolitik und einer Angleichung der Gesundheitschancen.

Publik-Health-Perspektive muss ausgebaut werden

Wir Grüne im Bundestag fordern daher einen deutlichen Ausbau der Public Health-Perspektive in unserem Gesundheitswesen und wollen ein Instrument zur gesundheitlichen Folgenabschätzung in politische Entscheidungsprozesse einführen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung muss neu strukturiert und statt Kampagnen mit dem erhobenen Zeigefinger echte Verhältnisprävention anbieten. In ihrem Antrag fordert die grüne Bundestagsfraktion auch den öffentlichen Gesundheitsdienst vor Ort zu einer niedrigschwelligen Public-Health-Institution weiter zu entwickeln .

Zum anderen müssen die Menschen aber auch besser vor direkten Gesundheitsrisiken geschützt werden. Die Bundesregierung behandelt die Industrie noch immer mit Samthandschuhen, statt konsequent für Gesundheitsschutz einzutreten. Wir Grüne im Bundestag streiten daher unter anderem für Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung im Arbeitsleben, gesunde Ernährung, die für alle erschwinglich ist, sowie einen besseren Schutz vor hormonstörenden Chemikalien in Alltagsprodukten und weniger Pestizideinsatz in der Landwirtschaft.

Nicht zuletzt fordern wir ein umfassendes Tabakwerbeverbot und eine Alkoholpräventionsstrategie, die Expertenwissen aus der Suchthilfe zur Grundlage hat.