IPCC-Bericht

Klimakrise bedroht unsere Meere massiv

Ein schmelzender Eisberg in Grönland
In seinem aktuellen Sonderbericht warnt der Weltklimarat (IPCC) vor dramatischen Veränderungen in unseren Weltmeeren. Werden die CO2-Emissionen nicht schnell und deutlich reduziert, ist ein Meeresspiegelanstieg von 0,61 bis 1,10 Meter bis zum Ende des Jahrhunderts wahrscheinlich. Andy Brunner / unsplash
25.09.2019
  • In seinem aktuellen Sonderbericht hat der IPCC vor einem weiteren Schmelzen der Eismassen und einem unkontrollierten Anstieg des Meeresspiegels bis zu über einen Meter gewarnt
  • Wir Grüne im Bundestag setzen uns für einen konsequenten Meeresschutz ein, denn wir Menschen sind auf das Ökosystem Meer unmittelbar angewiesen und verdanken ihm jeden zweiten Atemzug.
  • Deshalb kämpfen wir für ein sauberes und gesundes Meer ohne Gifte, Plastik und Abfälle, machen uns stark für die Beendigung der Überfischung und die Ausweitung von Meeresschutzgebieten.

Der Weckruf des Weltklimarates ist laut und deutlich: In seinem aktuellen Sonderbericht hat der IPCC vor einem weiteren Schmelzen der Eismassen und einem unkontrollierten Anstieg des Meeresspiegels bis zu über einen Meter gewarnt, sollte der Ausstoß der Treibhausgase weiter stark zunehmen. Ein steigender Meeresspiegel verstärkt wiederum das Auftreten extremer Wettersituationen wie Stürme und Riesenwellen. Extremsituationen, die früher einmal pro Jahrhundert zu verzeichnen gewesen seien, würden bei zunehmenden Temperaturen ab der Jahrhundertmitte einmal pro Jahr registriert.

Auch die Gletscher in Europa könnten verschwinden

Gletscher in Europa und anderen Regionen würden bis 2100 laut den schlimmsten Szenarios mehr als vier Fünftel ihrer Eismassen verlieren, stellten die Expertinnen und Experten fest. Schnee, Eis und Permafrost würden immer mehr auftauen und dadurch Erdrutsche, Lawinen, Steinschläge und Überschwemmungen auslösen.

Aufgrund des fortschreitenden Klimawandels verändern sich die wasserhaltigen Ökosysteme immer stärker und bedrohen Hunderte Millionen Menschen. Besonders gefährdet werden laut Weltklimarat die Menschen in den Küstenregionen des Planeten. Derzeit lebten rund 680 Millionen Menschen in diesen Gebieten am Meer.

Meere schützen statt verschmutzen

Wir Grüne im Bundestag stehen für einen nachhaltigen Umgang mit unseren Meeren und für konsequenten Meeresschutz. Wir wollen der Verschmutzung der Meere Einhalt gebieten, die Versauerung der Ozeane stoppen, Meeresschutzgebiete einrichten und die Überfischung verhindern. Deshalb fordern wir:

  • Ein Meer ohne Müll, insbesondere der Plastikmüll muss radikal reduziert werden.
  • Den Ausstieg aus der Mikroplastikverwendung in Kosmetika.
  • Den Eintrag von Kunststoffabfällen in die Umwelt zu verringern durch Ressourcen- und Umweltabgaben und Stärkung von Recycling.
  • Dass die industrielle Landwirtschaft in die Pflicht genommen wird, die Überdüngung und Nährstoffeinträge über unsere Flüsse ins Meer zu stoppen.
  • Bestandsgefährdende Überfischung europa- und weltweit zu beenden.
  • Fischereiabkommen mit Entwicklungsländern auf ihre ökologische und soziale Verträglichkeit zu prüfen.
  • Konsequentere Zertifizierung der verkauften Fische und transparente Informationen für Verbraucherinnen und Verbraucher, damit nachhaltiger Fischkonsum möglich wird.
  • Fischerei mit Stellnetzen und Grundschleppnetzen in Schutzgebieten zu untersagen und alternative Fangmethoden zu fördern.
  • Meeresschutzgebiete in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) mit Null-Nutzungszonen einzurichten.
  • Auf hoher See ein kohärentes und gut gemanagtes Schutzgebietsnetzwerk von 30 Prozent der Meeresfläche weltweit zu vereinbaren.
  • Ein Moratorium für jegliche Art der Ausbeutung von Tiefseeressourcen zu vereinbaren.

Weitere Informationen auch in unserem Themendossier Meeresschutz.