IPCC-Sachstandsbericht

Klimakrise verschärft sich weiter

Satellitenbild mehrerer Feuer an der türkischen Küste.
Der Weltklimarat (IPCC) bestätigt in seinem aktuellen Sachstandsbericht, was wir mit Hochwasser und Waldbränden aktuell erfahren: Die Klimakrise spitzt sich weiter zu. Das Zeitfenster zum wirksamen Handeln schließt sich zusehends. NASA Earth Observatory
09.08.2021
  • Der Weltklimarat (IPCC) stellt in seinem aktuellen Bericht klar, dass der Einfluss des Menschen auf das globale Klima inzwischen klar nachweisbar ist und sich die globale Erhitzung auch bereits konkret durch Extremwetterereignisse in allen Teilen der Erde auswirkt.
  • Das verbleibende Handlungsfenster, um eine globale Klimakatastrophe noch abzuwenden, wird immer kleiner - wir müssen jetzt entschieden handeln.
  • Wir Grüne im Bundestag wollen die Chancen der Transformation zu einer klimaneutralen Gesellschaft ergreifen, mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien, einer Verkehrswende, einer Offensive bei der Gebäudesanierung und einem Programm zu Dekarbonisierung der Wirtschaft. Mit einer engagierten Klimaaußenpolitik wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, dass die Vereinbarungen von Paris umgesetzt werden und die nächste Klimakonferenz in Glasgow zum erfolgreichen Wendepunkt für den internationalen Klimaschutz wird.

Gerade in diesem Jahr spüren wir an vielen Orten der Erde ganz real die furchtbaren Auswirkungen: Extremwetterereignisse mit Hitzewellen, gigantischen Waldbränden rund um das Mittelmeer, aber auch Hochwasser und Überflutungen in historischem Ausmaß! Es gibt viele Tote, die Menschen verlieren Hab und Gut, sie sind verzweifelt.

Dabei ist die Erde im globalen Mittel erst gerade mal um 1 Grad heißer geworden. Der IPCC macht im ersten Teil seines aktuellen Sachstandsberichts klar, dass mit zunehmender Erwärmung auch Hitzewellen, Extremniederschläge und Dürren weiter zunehmen werden und sich auch Wasserkreisläufe ändern werden. Auch bei Begrenzung der globalen Erhitzung auf 1,5°C rechnet der IPCC mit einer weiteren Zunahme von Extremereignissen zu rechnen, die zudem bisher nicht gekannte Ausmaße annehmen werden.

Es ist noch nicht zu spät

Es bleibt nicht mehr viel Zeit, um eine gefährliche globale Erderhitzung abzuwenden. Die gute Nachricht ist: Es ist noch nicht zu spät. Auch das sagt der IPCC in seinem aktuellen Sachstandsbericht. Das Klimaziel von Paris kann noch eingehalten werden, wenn die globalen Emissionen in den kommenden Jahren rasch sinken. Selbst das Einhalten des 1,5 Grad Limits kann noch gelingen, wenn jetzt entschieden gehandelt wird.

Es ist wichtig, jetzt endlich ins Handeln zu kommen, damit die globalen Emissionen spürbar sinken. Dem Klima helfen weder Sonntagsreden noch Verweise auf andere Länder. Das heißt, wir müssen auch hier bei uns endlich ernst machen mit entschlossenen Klimaschutzmaßnahmen - mit einem schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien, einer beherzten Mobilitätswende und dem Anspruch, als erste Industrienation klimaneutral zu werden.

Weckruf für Bundesregierung und Klimakonferenz

Vor fast sechs Jahren hat sich die Weltgemeinschaft im historischen Abkommen von Paris darauf verständigt, die globale Erderhitzung auf deutlich unter 2 Grad, möglichst 1,5 Grad, zu begrenzen. Doch passiert ist seit dem noch viel zu wenig, die globalen CO2-Emissionen sind immer weiter angestiegen.

Die kommende Klimakonferenz in Glasgow muss jetzt deshalb zum Klima-Turning-Point werden. Nur dann haben wir die Chance, vom aktuellen Über-3-Grad-Pfad auf den 1,5-Grad-Pfad von Paris zu kommen. Entscheidend dafür ist auch eine leidenschaftliche Klimaaußenpolitik um das enge verbleibende Fenster zum Handeln zu nutzen.

Deshalb werden wir für die enormen Chancen einer klimaneutralen Welt werben und uns dafür einsetzen, dass insbesondere die großen Emittenten im Rahmen der Weltklimakonferenz im November höhere nationale Klimabeiträge einreichen.

Gerade Deutschland als zentraler technologischer Leitmarkt und einer der Hauptverursacher der Klimakrise in den letzten Jahrzehnten muss endlich wieder handeln und national das Notwendige tun, nämlich:

  • erneuerbare Energien konsequent ausbauen
  • Mobilität auf Erneuerbare umstellen
  • unsere Häuser von Energiefressern zu Energielieferanten umbauen
  • unsere Wirtschaft durch Dekarbonisierung fit für die Zukunft machen
  • durch klimagerechte Land- und Forstwirtschaft Klimagase binden statt zu produzieren.

Klimaschutz auch Schwerpunkt der Außenpolitik

Die kommende Bundesregierung muss den Klimaschutz auch endlich zu einem Schwerpunkt ihrer Außenpolitik machen mit

  • einer ambitionierten deutschen Verhandlungsposition für das Fitfor55 Paket der EU-Kommission, damit der Kommissionsvorschlag weiter verbessert wird;
  • einer schlagkräftigen und kohärenten Klimaaußenpolitik, die das Erreichen des 1,5 Grad Pfades in den Mittelpunkt rückt und die COP26 zur diplomatischen Top-Priorität macht;
  • Klimapartnerschaften, insbesondere mit den Ländern des Globalen Südens auf Augenhöhe, um global gemeinsam mehr Klimaschutz zu erreichen;
  • einem substantiell gesteigerten Beitrag Deutschlands zur internationalen Klimafinanzierung, um Partner bei Anpassungsmaßnahmen und der Bewältigung von Schäden und Verlusten zu unterstützen und sie auf Paris-Kurs zu bringen.

Klimavorsorge Teil des Konzeptes

Da auch bereits bei eine Begrenzung der Erderhitzung auf 1,5 Grad mit bisher ungekannten Extremwettern zu rechnen ist, müssen wir zudem intensive Vorsorge betreiben, um mit den unvermeidbaren Auswirkungen der Klimakrise umzugehen und Schäden für Mensch, Umwelt und künftiges Wirtschaften wirksam zu begrenzen.

Unsere Vorschläge dazu haben wir in unserem Klimavorsorge Konzept zusammengefasst.