Equal Pay Day

Freiwilligkeit behebt Gender Pay Gap nicht

Dass Frauen im Jahr 2021 immer noch durchschnittlich 19% weniger verdienen als Männer, darf nicht sein. Mehr dazu auch hier: https://www.gruene-bundestag.de/themen/frauen
Vor fast vier Jahren, im Juli 2017, ist das Entgelttransparenzgesetz in Kraft getreten. Die Bilanz ist enttäuschend. An der unterschiedlichen Bezahlung von Frauen und Männern hat sich kaum etwas geändert. Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
10.03.2021
  • Das Entgelttransparenzgesetz trat im Juli 2017 in Kraft. Die Erhebung des Statistischen Bundesamts zeigt, der Gender Pay Gap lag 2020 noch immer bei 18 Prozent.
  • In Westdeutschland ist der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen mehr als dreimal so hoch wie in Ostdeutschland. Der Gender Pay Gap ist in Deutschland deutlich höher als im EU-Durchschnitt.
  • Wir wollen mehr Verbindlichkeit der Unternehmen festlegen und stärkere Rechte für die Arbeitnehmer*innen verankern.

Auskunft über das Entgelt von Kollegen erhalten nach dem Entgelttransparenzgesetz nur Menschen, die in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten arbeiten. Dabei arbeitet die Mehrheit der erwerbstätigen Frauen in kleinen und mittleren Betrieben. Viel zu viele Menschen haben also rein gar nichts von diesem Gesetz. Der Auskunftsanspruch wurde bisher kaum genutzt. Das zeigt, dass in den Betrieben noch kein Wandel eingesetzt hat. Es ist ihnen bisher völlig frei gestellt, ob sie ihre Entgeltstrukturen auf Benachteiligungen überprüfen. Wie wirkungslos diese Vorgehen tatsächlich ist, zeigte sich 2019 in der Evaluation zum Gesetz: Die Unternehmen prüfen weder freiwillig ihre Entgeltstrukturen, noch kommen sie der Berichtspflicht nach.

Freiwilligkeit behebt die Ungleichheit nicht

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Katharina Dröge und Ulle Schauws im Video

Es ist an der Zeit, ein effektives und wirksames Gesetz, das Frauen wirklich finanzielle Gerechtigkeit bringt, einzuführen. Dazu braucht es verbindliche und zertifizierte Prüfverfahren. Freiwilligkeit hilft keinen Schritt weiter. Nur eine verbindliche Überprüfung aller Lohnstrukturen und Tarifverträge beendet die ungerechte Bezahlung von Frauen.

Wir Grüne im Bundestag fordern zudem ein Verbandsklagerecht und die Anwendbarkeit des Gruppenverfahrens, denn nach wie vor müssen Frauen, die gegen Entgeltdiskriminierung vorgehen wollen, allein vor Gericht ziehen. Von diesen Maßnahmen würden Frauen wirklich profitieren.

Lohngerechtigkeit braucht andere Rahmenbedingungen

Die Rahmenbedingungen stimmen nicht. Die Bundesregierung müsste dringend mehr tun, um die sozialen Berufe aufzuwerten, denn hier arbeiten hauptsächlich Frauen und diese Jobs sind generell schlechter bezahlt. Zudem arbeiten Frauen häufiger in Teilzeit oder Minijobs und es gibt nach wie vor nur wenige weibliche Führungskräfte.

Das sind alles Faktoren, die eine Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern in weite Ferne rücken lassen. Hier müssen endlich wirksame Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Frauen das bekommen, was sie verdienen.